Normales Leben gibt es nicht mehr in der Stadt. Die Lebensmittelversorgung kommt ins Stocken. In den Kirchen liegen die Verwundeten. Tag und Nacht sind die Ärzte in den Behelfslazaretten im Einsatz; sie amputieren pausenlos, doch für viele Verwundete kommt jede Hilfe zu spät.
Am Ende des dritten Tages gelingt es den Alliierten endlich, Napoleon in der Stadt einzuschnüren, seine Lage wird hoffnungslos. Noch in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober gibt er den Befehl zum Rückzug. Zum ersten Mal in seinem Leben ist es Napoleon nicht gelungen, eine Schlacht, in der er selber den Oberbefehl führte, für sich zu entschieden. Im Schutz der Dunkelheit macht sich das französische Heer auf die Flucht.
Die Völkerschlacht hat Weltgeschichte geschrieben. Napoleons Niederlage in Leipzig war der Anfang vom Ende seines Weltreiches. Im Jahr zuvor hatte er mit seiner gewaltigen Armee noch Moskau besetzt, ein halbes Jahr später war er nur noch ein Verbannter auf der Insel Elba mit einer Ehrengarde von nicht mehr als 800 Mann.
Fast 200 Jahre später wird Johann Daniel Ahlemann, der Totengräber des Leipziger Südfriedhofs zum Chronisten von Napoleons erster Niederlage in der bis dahin größten Schlacht der Menschheitsgeschichte: Überall in den Straßen biwakieren hungernde Soldaten; in den Lazaretten wird im Akkord amputiert; Seuchen breiten sich aus.
Ein Jahr braucht die Stadt, um sich von den Schrecken der Schlacht zu erholen: „Möchte der Allerhöchste Weltregierer nie wollen, dass die Menschheit dergleichen Angst- und Schreckensszenen wieder erlebe, als die guten Bewohner Leipzigs im Jahre 1813."
Link:
Website zur Serie (externer Link)