Um fünf Uhr früh beginnt der Kampf um die kleine Stadt. Von allen Seiten, vor allem aus den Fenstern der oberen Stockwerke werden die vorrückenden deutschen Soldaten beschossen. Eine klare Frontlinie gibt es nicht. Bald ist es ein Kampf Straße um Straße, Haus um Haus. Einwohner beginnen sich an den Kämpfen zu beteiligen. Rücksichtslos gehen die Deutschen vor und erschießen in ihrer Erbitterung diejenigen Zivilisten, die mit Gewehr angetroffen werden. Bazeilles erlebt ein Massaker. Es ergeht der Befehl, die Wohnhäuser anzuzünden. Stunden später ist Bazeilles nur noch ein rauchendes Trümmerfeld.
Während der Straßenkampf in Bazeilles noch tobt, geht die Schlacht an anderen Orten erst richtig los. Mit starkem Artilleriefeuer von allen Seiten wird die Stadt Sedan, in der sich der Hauptteil der französischen Armee verschanzt hat, unter Beschuss genommen. Die deutsche Armee, ausgerüstet mit über 400 modernen Gussstahlkanonen der Firma Krupp, spielt hier ihre ganze Überlegenheit aus. Die mit Aufschlagzündern versehenen Geschosse explodieren beim Auftreffen und lösen Panik unter den Franzosen aus. Bei dem Versuch, zu fliehen, verkeilen sich Flüchtlingswagen und Kanonen auf den Straßen Sedans ineinander, Soldaten werden zu Tode getrampelt, als sie durch die Tore der Stadt zu entkommen versuchen. Kaiser Napoleon III., der bei seiner Armee in Sedan war, eilt stundenlang ziellos über das Schlachtfeld, in der Hoffnung von einer deutschen Granate getroffen zu werden - schließlich entschließt er sich, zu kapitulieren. Es ist 16:30 - über den Trümmern Sedans weht die weiße Fahne.
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