Ein Baum aus Silber
Die 840 Jahre alte Burg ist die perfekte Kulisse für die Dreharbeiten. Auf dem Drehplan steht das Turnier von Nordhausen, bei dem die Wettiner 1263 ihren Sieg im Thüringischen Erbfolgekrieg feierten. Die Sieger dürfen sich ihre Preise von einem silbernen Baum pflücken. Der Legende nach ließ Albrechts Vater, Markgraf Heinrich von Meißen, diesen Baum errichten. Der Baum im Film ist das Werk von Friederike Meintke und Hartmut Behder. Mit Goldfolie und Silberfarbe haben sie ihn perfekt vorbereitet. Bis alle Blätter silbern in der Sonne glänzen, vergehen zwei Stunden. Eine Geduldssache.
Bei sengender Sonne und wolkenlosem Himmel bittet Regisseur Dirk Otto die Darsteller zur ersten Szene. Rafael Banasik spielt im Film Heinrich den Erlauchten, den Vater von Albrecht, der mit seinem Sohn im Streit liegt. Vor fünf Jahren stand er als Friedrich der Gebissene bei „Geschichte Mitteldeutschlands“ vor der Kamera. Dieser Friedrich der Gebissene war der Enkel von Heinrich dem Erlauchten. Die „Geschichte Mitteldeutschlands“ ist eben eine große Familie. Am Set blüht er richtig auf. Die Stimmung, das goldbestickte Gewand und das prächtige Stirnband sind wie ein Elixier für ihn. „Das habe ich vermisst“, sagte er.
„Five“ besteht Feuertaufe
Derweil bespricht Dirk Otto mit den Darstellern die nächste Einstellung. Er will Albrecht in dem 45-minütigen Film aus einem anderen Blickwinkel zeigen. Die historischen Chroniken beschreiben den Wettiner als Versager und Verlierer. Für Dirk Otto ist er ein romantischer Aussteiger, der seine Liebe über die Expansionspläne der Familie stellt. „Damit war er ein für das Mittelalter ganz untypischer Herrscher.“
Auch die fünf Pferde von Dietmar Telligmann müssen noch auf ihren Auftritt warten. Während die Reiter in ihren Kettenhemden schwitzen, suchen sich die Vierbeiner ein schattiges Plätzchen. Die Wärme mache ihnen nichts aus, sagt der Tiertrainer. Hengst „Five“ spielt das erste Mal in einem Film mit. Der schwarze Friese mit dem langen Schweif ist eigentlich noch ein bisschen jung. Aber Dietmar Telligmann weiß, wenn die Hengste nicht beschäftigt werden, dann werden sie übermütig. Als das Kommando kommt, klappt alles wie geplant. Drei Wiederholungen, dann ist die Szene angedreht und Dirk Otto zufrieden. „Es ist nicht ganz leicht, Pferde, Darsteller und Requisiten in eine Achse zu bringen“, sagt er.
Die Story
Der Film verfolgt Albrechts Schicksal vor dem Hintergrund der schwersten politischen Krise des Fürstenhauses Wettin. 1263 ernennt ihn sein Vater zum Landgrafen von Thüringen. Doch kaum hat Albrecht die Wartburg in Besitz genommen, durchkreuzt er die Pläne seines Vaters. Er trennt sich von der Kaisertochter Margarete und heiratet die Kammerzofe Kunigunde. Sein Vater kocht vor Wut, doch Albrecht steht zu seinem Entschluss und bietet der Familie die Stirn.