Die delikate Dreiecksgeschichte steht am Anfang eines unheilvollen Familienkrieges mit drastischen Folgen für das Fürstenhaus der Wettiner.
1243 wird der dreijährige Albrecht mit der um einiges älteren Kaisertochter Margarete verlobt, mit vierzehn muss er sie heiraten. Sein Vater, der Markgraf von Meißen, will es so, denn er hat einen hochfliegenden Plan: die wettinische Vorherrschaft in Mitteldeutschland. Dafür hat er sich mit dem Kaiser verbündet und Sohn Albrecht mit dessen Tochter verkuppelt. Der Wettinerspross bewährt sich als Ritter in der Schlacht, wird von seinem Vater 1263 zum Landgrafen von Thüringen gemacht und hat beste Chancen auf eine glänzende Karriere. Doch kaum hat Albrecht die Wartburg in Besitz genommen, durchkreuzt er die Pläne seines Vaters.
Albrecht trennt sich von der Kaisertochter Margarete und heiratet die Kammerzofe Kunigunde. Sein Vater kocht vor Wut, doch Albrecht steht zu seinem Entschluss und bietet der Familie die Stirn. Was folgt, ist eine blutige Fehde, die den Zusammenhalt der Wettiner auf eine harte Probe stellt.
Ein gefundenes Fressen für den König, der seine Macht auf Kosten der Wettiner vermehren will. Albrecht, in Geldnot und von seinen Verwandten in die Enge getrieben, greift zum letzten Mittel: Er verkauft Thüringen an den König und treibt seine Familie so an den politischen Abgrund.
Eingeschlossen auf der Wartburg muss Albrecht 1307 einen schmachvollen Frieden mit seinem Sohn Friedrich schließen, als Landgraf abdanken und die Wartburg für immer verlassen. Gedemütigt geht er nach Erfurt und stirbt dort 1314 mit 74 Jahren in großer Armut.
Der Film verfolgt Albrechts Schicksal vor dem Hintergrund der schwersten politischen Krise des Fürstenhauses der Wettiner. Wie konnte es geschehen, dass ein liebestoller Landgraf die Macht seiner Familie so sehr ins Wanken bringt, dass ihn die Nachwelt mit dem Namen „Albrecht der Entartete“ bestraft?
Gedreht wird an authentischen Orten – auf der Wartburg, in Erfurt und in Altenburg. Die Spielszenen inszenieren wir auf der Runneburg in Weißensee, die als Landgrafenburg auch in Albrechts Zeit eine wichtige Rolle spielte, und in der Doppelkapelle „St. Crucis“ in Landsberg bei Halle – ebenfalls Rest einer alten wettinischen Burg des Mittelalters.
Sendung:
19. Oktober 2008, 20:15 Uhr, MDR
Drehorte:
Erfurt, Altenburg, Eisenach, Mittelhausen, Runneburg, Weißensee, Lands- berg, Doppelkapelle „St. Crucis“