Albrecht der Entartete - das schwarze Schaf der Wettiner

Auf der Wartburg vor 750 Jahren. Landgraf Albrecht gibt ein großes Fest. Alles, was Rang und Namen hat in Thüringen, feiert mit dem Wettiner und seiner stolzen Gemahlin Margarete, der Tochter des Stauferkaisers Friedrich.

Doch die Feier nimmt eine jähe Wendung, als Kunigunde von Eisenberg den Saal betritt. Mit ihrer strahlenden Schönheit zieht die Hofdame die Blicke aller Männer auf sich. Auch der Landgraf hat allein Augen für die wunderschöne Kunigunde. Albrecht, das ist klar, will sie und sonst keine. Kunigunde ist die Liebe seines Lebens – zum Entsetzen von Gemahlin Margarete.  

Die Ritter bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Turnier.

Regisseur Dirk Otto (2.v.li.) erläutert die nächste Szene

Hat seit Jahren seinen Auftritt in der Reihe: Verwandlungskünstler Volker Holeček.

Letzte Handgriffe für ein authentisches Outfit.

Heinrich der Erlauchte, der Vater von Albrecht dem Entarteten, mit seiner Gattin

Heinrich der Erlauchte erfreut sich mit seiner Gattin am Turnierkampf

Dietmar Telligmann auf einem seiner prächtig kostümierten Pferde

Der Herr der Töpfe und Pfannen auf der Runneburg - Küchenmeister M. Kirchschlager

Kameramann Rüdiger Pelikan dreht die nächste Szene (alle Bilder: Steffen Lehmann)

Ein edler Ritter hoch zu Pferde (Bild: Steffen Lehmann)
Ein edler Ritter hoch zu Pferde
Hat seit Jahren seinen Auftritt in der „Geschichte Mitteldeutschlands“: Verwandlungskünstler V. Holeček. (Bild: STeffen Lehmann)
Hat seit Jahren seinen Auftritt in der „Geschichte Mitteldeutschlands“: Verwandlungskünstler V. Holeček.
Dietmar Telligmann auf einem seiner prächtig kostümierten Pferde (Bild: Steffen Lehmann)
Dietmar Telligmann auf einem seiner prächtig kostümierten Pferde

Die delikate Dreiecksgeschichte steht am Anfang eines unheilvollen Familienkrieges mit drastischen Folgen für das Fürstenhaus der Wettiner.

1243 wird der dreijährige Albrecht mit der um einiges älteren Kaisertochter Margarete verlobt, mit vierzehn muss er sie heiraten. Sein Vater, der Markgraf von Meißen, will es so, denn er hat einen hochfliegenden Plan: die wettinische Vorherrschaft in Mitteldeutschland. Dafür hat er sich mit dem Kaiser verbündet und Sohn Albrecht mit dessen Tochter verkuppelt. Der Wettinerspross bewährt sich als Ritter in der Schlacht, wird von seinem Vater 1263 zum Landgrafen von Thüringen gemacht und hat beste Chancen auf eine glänzende Karriere. Doch kaum hat Albrecht die Wartburg in Besitz genommen, durchkreuzt er die Pläne seines Vaters.

Albrecht trennt sich von der Kaisertochter Margarete und heiratet die Kammerzofe Kunigunde. Sein Vater kocht vor Wut, doch Albrecht steht zu seinem Entschluss und bietet der Familie die Stirn. Was folgt, ist eine blutige Fehde, die den Zusammenhalt der Wettiner auf eine harte Probe stellt.

Ein gefundenes Fressen für den König, der seine Macht auf Kosten der Wettiner vermehren will. Albrecht, in Geldnot und von seinen Verwandten in die Enge getrieben, greift zum letzten Mittel: Er verkauft Thüringen an den König und treibt seine Familie so an den politischen Abgrund.

Eingeschlossen auf der Wartburg muss Albrecht 1307 einen schmachvollen Frieden mit seinem Sohn Friedrich schließen, als Landgraf abdanken und die Wartburg für immer verlassen. Gedemütigt geht er nach Erfurt und stirbt dort 1314 mit 74 Jahren in großer Armut.

Der Film verfolgt Albrechts Schicksal vor dem Hintergrund der schwersten politischen Krise des Fürstenhauses der Wettiner. Wie konnte es geschehen, dass ein liebestoller Landgraf die Macht seiner Familie so sehr ins Wanken bringt, dass ihn die Nachwelt mit dem Namen „Albrecht der Entartete“ bestraft?

Gedreht wird an authentischen Orten – auf der Wartburg, in Erfurt und in Altenburg. Die Spielszenen inszenieren wir auf der Runneburg in Weißensee, die als Landgrafenburg auch in Albrechts Zeit eine wichtige Rolle spielte, und in der Doppelkapelle „St. Crucis“ in Landsberg bei Halle – ebenfalls Rest einer alten wettinischen Burg des Mittelalters.


Sendung:

19. Oktober 2008, 20:15 Uhr, MDR

Drehorte:
Erfurt, Altenburg, Eisenach, Mittelhausen, Runneburg, Weißensee, Lands- berg, Doppelkapelle „St. Crucis“

 

Die historische Persönlichkeit Albrecht der Entartete (1240-1314)

Heinrich der Erlauchte, der Vater von Albrecht dem Entarteten, mit seiner Gattin (Bild: Steffen Lehmann)
Heinrich der Erlauchte, Vater von Albrecht dem Entarteten

Albrecht ist der Sohn Heinrichs des Erlauchten, des Markgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin.

1254 heiratet Albrecht Margarete von Hohenstaufen, mit der er seit 1243 verlobt ist. Nach Teilung der Wettiner Lande wird er 1263 Landgraf von Thüringen.

Nach Margaretes Tod, 1270, heiratet er Kunigunde von Eisenberg und nach deren Tod die Gräfin Elisabeth von Lobdeburg.

1294 verkauft Albrecht die Landgrafschaft Thüringen an den König.

1307 dankt er zugunsten seines Sohnes Friedrich als Landgraf ab und geht als fürstlicher Pensionär nach Erfurt, wo er 1314 stirbt.

 

Regisseur Dirk Otto (2.v.li.) erläutert die nächste Einstellung (Bild: Steffen Lehmann)
Regisseur Dirk Otto (2.v.li.) erläutert die nächste Einstellung

Der Regisseur: Dirk Otto

Während seines Regie-Studiums an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg und als Regisseur im DEFA-Studio Babelsberg drehte Dirk Otto bis 1991 Kino- und TV-Filme verschiedenster Genres, z.B. „Als wir leben wollten“, „Clochards“, „Der letzte Morgen“ oder „Wir bleiben hier“. Ab 1992 war er Regisseur und Autor für Produktionsfirmen in Potsdam-Babelsberg, Berlin, Köln, Paris, München und Leipzig u.a. für den WDR, RTL, ARTE und MDR, SFB, ORB: u.a. „Helden a.D.“, „Märkisches Burgenland“, „Ravensbrück“.

Seit 1998 ist Dirk Otto für DREFA und OTTONIA auch Producer von TV- Filmen wie „Hitlers schwarzer Orden“ (ARD) und Mitautor, Producer und Regisseur von Filmen der Geschichte Mitteldeutschlands, u. a. „Theophanu“, 2004, und „Kaiser Heinrich IV.“, 2007.

 

Rüdiger Pelikan dreht die nächste Szene (Bild: Steffen Lehmann)
Rüdiger Pelikan dreht die nächste Szene

Der Kameramann: Rüdiger Pelikan

Er studierte an der HFF in Potsdam – Babelsberg. Gleich nach seinem Abschluss 1987 erhielt er die Chance, mit dem Film "Die Weihnachtsgans Auguste" als Kameramann zu debütieren. Bis zur Auflösung der DEFA-Studios für Spielfilme 1990 folgten weitere Arbeiten als Kameramann und Standfotograf. Er arbeitete mit Regisseuren wie Klaus Gendries, Hermann Zschoche und Egon Günther. 1991 folgte er einem Ruf an die HFF in den Lehrbetrieb, als Assistent im Studiengang Kamera und arbeitete bis 1998 parallel auch als Dozent an anderen Hochschulen, so an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle. Seit 1998 arbeitet er als freier Kameramann.

Für die „Geschichte Mitteldeutschlands“ drehte er u.a. „Der Graf von Gleichen“, 2006.

Der Autor: Steffen Jindra

1969 in Görlitz geboren, studiert Steffen Jindra in Berlin und Leipzig Geschichte. Nach Abschluss des Studiums kommt er 1997 zum Team der „Geschichte Mitteldeutschlands“, wo er seit 2000 vorwiegend als Producer arbeitet. Als Autor schrieb er die Buchvorlagen für mehrere Filme der „Geschichte Mitteldeutschlands“ (u.a. „Radegunde“, 2003 und „Konrad von Wettin“, 2005) und die MDR-Dokumentation „Das Schicksal von Schloss Schwarzburg“, 2007. Außerdem arbeitet er als Autor für das MDR-Geschichtsmagazin „Barbarossa“.  

Der Fachberater: Jörg Rogge

Geboren 1962, studiert er Geschichts-, Sozial und Erziehungswissenschaften in Bielefeld. Er promoviert 1993 und arbeitet zunächst als wissenschaftlicher Assistent an der Martin-Luther-Universität Halle und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er habilitiert 2000 und ist seit 2006 Inhaber einer Professur in Mainz. Jörg Rogge gilt als ausgewiesener Spezialist für die Geschichte der Wettiner im Mittelalter.

Die DarstellerInnen

Sebastian Becker - Albrecht der Entartete, jung
Peter Harting - Albrecht der Entartete, alt
Evelyn Cannard - Margarete von Hohenstaufen
Rafael Banasik - Heinrich der Erlauchte
Falk-Willy Wild - Friedrich der Gebissene
Nina Lorenz - Elisabeth von Lobdeburg
Katja Rosin - Kunigunde von Eisenberg

Das Projekt-Team

Buch: Steffen Jindra
Regie: Dirk Otto
Kamera: Rüdiger Pelikan
Kamera-Assistenz: Thomas Hamann
Licht: Mario Erdenberger
Kostüm: Sonja Hesse
Maske: Marion Greiter
Ausstattung: Friederike Meintke
Requisite: Hartmut Behder
Schnitt: Daniel König
Musik: Kai Saffran
Fachberater: Jörg Rogge   
       
Aufnahmeleitung: Tilo Gläßer
Produktion: Steffen Jindra
Redaktion: Winifred König
Leitung: Claudia Schreiner