Geboren am 12. Oktober 1868 im Moseldörfchen Winningen, interessiert August Horch sich früh für alles Technische, beginnt eine Schmiedelehre und studiert nach Jahren der Wanderschaft Maschinenbau am Technikum Mittweida, um Ingenieur zu werden. Nachdem er von 1896 bis 1899 bei Benz in Mannheim angestellt ist, macht sich Horch 1899 selbstständig. Mit dem Tuchhändler Salli Herz gründet er in Köln-Ehrenfeld die Firma A. Horch & Cie, ein Jahr später ist der erste Wagen der Horch-Werke fahrbereit. Dann folgt der Umzug von Köln nach Reichenbach im Jahr 1902. Die Nachfrage steigt, die Belegschaft wächst und Horch möchte expandieren. Da das in Reichenbach nicht möglich ist, zieht es ihn 1904 nach Zwickau.
1909 entlässt der Vorstand der Horch-Werke AG ihren Technischen Leiter August Horch. Gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern gründet der geschasste Firmengründer eine neue Firma, ebenfalls in Zwickau. Er nennt sie August Horch Automobilwerke GmbH. Doch Horch darf seinen eigenen Namen nicht noch einmal verwenden. Also heißt das neue Unternehmen „Audi“: lateinisch für „Horch!“.
Als der Erste Weltkrieg ausbricht, muss auf Kriegsproduktion umgerüstet werden. Die Audi-Werke bauen nun Minenwerfer und Panzerwagen für die Front. Horch wendet sich in dieser Zeit immer mehr vom Ingenieurs-Dasein ab; seine kreative Phase ist vorbei.
1920 wechselt er bei Audi vom Vorstand in den Aufsichtsrat und zieht nach Berlin, um für das Verkehrsministerium zu arbeiten.
Am 5. Oktober 1897 heiratet August Horch Anneliese Schultz, die er in Leipzig kennen gelernt hatte. 1917 adoptieren die Horchs die Waisen Eberhard und Liselotte. 1933 engagiert August Horch die ehemalige Berliner Konzertsängerin Else Kolmar als Haushälterin. 1948 heiratet August Horch „die tapfere Frau Else Kolmar, die seit langen Jahren meine treueste Mitarbeiterin ist, in uneigennütziger Weise meiner Frau und mir zur Seite steht und wie ein Kind in unserem Hause lebt.“
Neben der Autobranche versucht sich August Horch auch in anderen Geschäftsbereichen – mit bisweilen erheiternden Ergebnissen. 1929 gründet er auf dem Distelberger Hof in seiner Heimatstadt Winningen eine Hühnerfarm. Am Schluss bleiben ihm 30.000 RM Schulden. Er mag ein genialer Konstrukteur sein, als Unternehmer versagt er.
1937 erscheint seine Autobiografie „Ich baute Autos“. Horch wird von den Nazis als Beispiel urdeutschen Unternehmertums hofiert, aber er war nie aktiv am Nationalsozialismus beteiligt. Noch im hohen Alter beteiligt sich August Horch am Wiederaufbau der Auto-Union in Ingolstadt, dem heutigen Hauptsitz Audis. Er stirbt am 5. Februar 1951 in Münchberg mit den Worten: „Ich will leben, sind denn die Ärzte auch tüchtig?“.