Der Alte Dessauer - Im Dienste der Preußen

Im Tabakskollegium genoss er eine Sonderrolle. Er war der Einzige, der im erwählten Kreis der königlich-preußischen Abendgesellschaften nicht dem Rauchzwang unterlag. Ein Nichtraucher - der Alte Dessauer, Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau, mit 36 Jahren Generalfeldmarschall der preußischen Armee.

Der Film über diesen militärischen Krösus und gestrengen Landesvater eröffnet den Blick auf jenen Mann, der einst den Preußen zum Aufstieg zur europäischen Großmacht verhalf.

Unter drei Preußenkönigen diente der Alte Dessauer. Mit Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig, war er über dreißig Jahre befreundet.

 

Der Alte Dessauer führte das preußische Heer von einem Sieg zum nächsten.

Der Nichtraucher Fürst Leopold I. im Tabakskollegium des Preußenkönigs.

Leopold I. war mit Friedrich Wilhelm I. über dreißig Jahre befreundet.

Der Alte Dessauer war ein unbedeutender Fürst, der das preußische Heer im Gleichschritt und mit eisernem Ladestock von einem Sieg zum nächsten führte.
Der Alte Dessauer war ein unbedeutender Fürst, der das preußische Heer im Gleichschritt und mit eisernem Ladestock von einem Sieg zum nächsten führte.
Der Nichtraucher Fürst Leopold I. im Tabakskollegium des Preußenkönigs.
Der Nichtraucher Fürst Leopold I. im Tabakskollegium des Preußenkönigs.

Ob die Vorliebe für alles Militärische oder die Jagd, ob der Hang zu spartanischer Hofhaltung oder der cholerische Charakter, Gemeinsamkeiten gab es viele.

Aus der Sicht dieses Königs erzählt der Film über das Leben des Alten Dessauers, über die gemeinsamen Wurzeln im Hause Oranien, die traditionelle Verbindung zwischen Anhalt und Brandenburg-Preußen, über die militärischen Reformen Gleichschritt und Eiserner Ladestock, die schon bald zur Überlegenheit der preußischen Armee führten.

Natürlich spielen auch die Feldzüge des Alten Dessauers eine Rolle, seine geschlagenen Schlachten im Spanischen Erbfolgekrieg, im Nordischen Krieg und in den Schlesischen Kriegen, die auch den legendären Ruf des Feldherrn begründeten.

Ein Einschnitt im Leben des Alten Dessauers war die Hochzeit mit einer Apothekerstochter, die ihm große Popularität bei seinen Landsleuten eintrug, in der fürstlichen Familie aber auf erheblichen Widerstand stieß.

Thematisiert werden auch die Leistungen des Fürsten Leopold als Landesvater, das Abtragen der vom Vater vererbten Schulden, seine Toleranz gegenüber den Juden, die Reformen in der Landwirtschaft und seine Bautätigkeit.

Der Film entwirft das Porträt eines Fürsten, dessen Land klein und unbedeutend ist, der aber als genialer Kriegstechniker und Feldherr in preußischen Diensten europaweit legendären Ruhm erlangt.

 

Sendung:
17.11.2002, 20.15 Uhr, MDR

 

Regisseur André Meier entspannt beim Dreh. (Bild: MDR)
Regisseur André Meier entspannt beim Dreh.

Der Autor und Regisseur: André Meier

André Meier wurde 1960 in Berlin geboren. Seit 1992 arbeitete er als freier Autor für Presse, Rundfunk, Fernsehen und Theater. Er war als Redakteur der "Tageszeitung" (taz) in Berlin und als Korrespondent für die Kunstzeitschrift "Art" in Hamburg tätig. 1999 veröffentlichte er seinen Roman "Fixies" im Aufbau-Verlag Berlin.Regelmäßig schreibt er unter anderem für die "taz" und als Kunstkolumnist für "Das Magazin".

Seit 1996 gestaltet er gemeinsam mit dem ORB-Moderator Jürgen Kuttner an der Berliner Volksbühne einen monatlichen "Videoschnipselabend", der dort unter dem Titel "Mainz bis an die Memel" läuft und auch an anderen Theatern, z.B. in Duisburg, Zürich, Dresden, Leipzig und München aufgeführt wird. seit 2001 ist er für „Geschichte Mitteldeutschlands“ tätig.

Kameramann Kai-Uwe Schulenburg
Kameramann Kai-Uwe Schulenburg

Der Kameramann: Kai-Uwe Schulenburg

Kai-Uwe Schulenburg wurde 1962 in Eberswalde geboren. Nach dem Abitur arbeitete er 1980 im Bereich Dramaturgie am Theater der Stadt Schwedt.

Nach einem Volontariat im Filmstudio der NVA und beim Fernsehen der DDR besuchte er 1992 die Schauspielschule in Berlin. 1986 war er erster Regieassistent bei Rainer Simon für den Kinospielfilm "Wengler & Söhne".

1989-96 folgte ein Studium an der Film- und Fernsehakademie Berlin. 1994 Herausgabe des Buches "Stein und Name - Die jüdischen Friedhöfe auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und Berlin". Seit 1991 arbeitet Kai-Uwe Schulenburg als freier Kameramann im Bereich Kultur und Dokumentation.