Die großen Schlachten

 

Seit Anbeginn seiner Existenz führt der Mensch Kriege gegen seinesgleichen. Unzählige Soldaten und Zivilisten sterben als anonyme Spielfiguren der Weltgeschichte. Glorreiche Siege und verheerende Niederlagen werden unter den Namen der großen Heerführer in den Geschichtswerken abgelegt.

Ausgehend von diesen authentischen Berichten erzählen wir die Geschichte der großen Schlachten neu: als Geschichte "von unten". Um die Wirklichkeit des Krieges deutlich zu machen, bedienen wir uns aufwändiger Reenactments und modernster Computeranimationen.

Vervollständigt werden die Schilderungen der Kriegserlebnisse durch Interviews mit Historikern, Archäologen und Medizinern: Was weiß man heute über die Wirklichkeit des Krieges vor 200 oder 400 Jahren? Wie wurden Verletzungen behandelt? Welche Auswirkungen hatte die Belagerung einer Stadt auf die Zivilbevölkerung?

Im Zusammenspiel dieser Ebenen aus rekonstruierten Berichten und Wissenschaftskrimis und dem Blick der Historiker wird Weltgeschichte lebendig und spannend. Durch die dramaturgische Verdichtung entstehen eindringliche Dokumente menschlicher Leidensfähigkeit. 

Gesamt-Regie führt der durch die mehrteilige ZDF-Dokumentation „Metropolis“ bekannte Regisseur Hannes Schuler. Der gebürtige Münchner ist Träger des Bayerischen Fernsehpreises. Die Drehbücher stammen von Dr. Anne Roerkohl, die seit den frühen 1990er Jahren als Autorin historischer Features und Dokumentarfilme für Fernsehsender der ARD arbeitet, sowie von Jan Lorenzen, der für den Doku-Dreiteiler "Roter Stern über Deutschland" 2002 zusammen mit Christian Klemke den Grimme-Preis erhielt. 

Die Dokumentationsreihe „Die großen Schlachten“ ist eine Koproduktion der OTTONIA Media GmbH mit dem MDR, SR, HR und WDR in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM). 

 

Die Einzelepisoden

1529 - Die Türken vor Wien

Es ist das Jahr 1529. Eine gigantische türkische Streitmacht bedroht Wien: Fast 150.000 Mann haben sich Anfang Mai unter der Führung von Suleimann dem Prächtigen in Konstantinopel auf den Weg gemacht.

Am 23. September erreichen sie Wien, den "goldenen Apfel" der Christenheit. Wenige Tage später ist die Stadt eingeschlossen: Suleimann fordert Wien zur Kapitulation auf - nur dann würden die Einwohner geschont.

Um seiner Drohung größeren Nachdruck zu verleihen, plündern seine Truppen die umliegenden Ortschaften; die dortigen Einwohner werden versklavt oder zu Tode gefoltert. mehr lesen

 

1631 - Das Massaker von Magdeburg

20. Mai 1631: Vor Magdeburg lagert das kaiserlich-katholische Heer unter Graf von Tilly und seinem Reitergeneral Graf zu Pappenheim. Für die Bevölkerung bahnt sich eine Katastrophe an, die sich in das Gedächtnis Europas einbrennen sollte und die bis zum ersten Weltkrieg als das Symbol für die Schrecken des Krieges schlechthin galt. Die "Magdeburger Braut" ist bis zum Ersticken umarmt. Den etwa 30.000 Menschen, die in der Stadt eingeschlossen sind, steht ein etwa gleich großes Heer gegenüber: Söldner aus allen Ländern Europas, die seit Jahren nichts anderes mehr kennen als den Krieg. So beispiellos ist das Geschehene, dass die Zeitgenossen ein neues Wort dafür erfinden: "Magdeburgisieren" wird zum Begriff größtmöglichen Grauens. mehr lesen

 

1813 - Völkerschlacht bei Leipzig

16. Oktober 1813. Unter dem Oberbefehl von Fürst Karl von Schwarzenberg stellt eine Allianz aus Österreichern, Preußen, Russen und Schweden das napoleonische Heer bei Leipzig zur Entscheidungsschlacht.

Knapp 500.000 Soldaten sind aufgeboten - und sie verwandeln Leipzig in das gewaltigste Schlachtfeld der Menschheitsgeschichte.

Die Völkerschlacht hat Weltgeschichte geschrieben. Napoleons Niederlage in Leipzig war der Anfang vom Ende seines Weltreiches. Im Jahr zuvor hatte er mit seiner gewaltigen Armee noch Moskau besetzt, ein halbes Jahr später war er nur noch ein Verbannter auf der Insel Elba. mehr lesen

 

1870 - Die Entscheidung bei Sedan

September 1870. Vier Uhr früh. Im Schutze der Dunkelheit überqueren deutsche Truppen die Maas. Die ganze Nacht haben Pioniere heimlich eine Pontonbrücke gebaut. Es gilt die französische Zweite Armee, die sich auf einen Ruhetag freut, zu überrumpeln.

Ziel des Angriffs: Der kleine Ort Bazeilles in den Ardennen. Bazeilles scheint zu schlafen, doch die Franzosen sind gewarnt. Überall in den Häusern liegen Scharfschützen, Elitesoldaten der französischen Kolonialtruppen. Bis zur letzten Patrone sollen sie die Stadt verteidigen, denn wenn Bazeilles fällt, sitzt die französische Hauptstreitmacht, die sich wenige Kilometer nordwestlich in Sedan verschanzt hat, in der Falle. mehr lesen