In Wahrheit sei sie Frankreichs letzte Königstochter, die nach dem Tod ihrer Eltern, Ludwig XVI. und Marie Antoinette, hier mit ihrem Beschützer Ruhe und Zuflucht fand, im Dunstkreis einer einflussreichen Jugendfreundin aus Thüringen, der Herzogin von Hildburghausen. Doch was ist dran an diesem Gerücht? Eigentlich lassen die offiziellen Geschichtsbücher keinen Spielraum für einen Zweifel:
Marie Therese Charlotte hatte nach der französischen Revolution von 1793 als Einzige der Familie überlebt. Nach ihrer Haftentlassung reiste sie zu den Habsburger Verwandten nach Wien, heiratete und wurde zur Herzogin von Angoulême. 1851 starb sie 73-jährig und wurde in der Bourbonengruft eines Franziskanerklosters im heutigen Slowenien beerdigt.
Aber war dieser Lebenslauf wirklich der des einst geschundenen Mädchens aus dem Pariser Gefängnis oder hat diese Rolle in der Weltgeschichte eine Andere übernommen? Und wenn, aus welchem Grund? Der Film will dem Rätsel der „Dunkelgräfin“ auf die Spur kommen, die bis heute nicht versiegenden Spekulationen abwägen, die der beschaulichen Szenerie in Hildburghausen eine Dimension von europäischer Bedeutung geben.
Der Film folgt authentischen Spuren, untersucht anhand von Indizien, Dokumenten, Für- und Gegenstimmen den Wahrheitsgehalt des „Rätsels von Hildburghausen“.
Sendung: 28.10.2007, 20.15 Uhr, MDR
Drehorte:
Schloss Ballenstedt (Harz), die Schlösser Hecklingen und Gänsefurth (bei Staßfurt), Paris, Versailles, Hüningen (bei Basel), Ingelfingen, Hildburg- hausen, Meiningen, Eishausen