Europas wilder Osten

Ähnlich wie bei der erfolgreich im Ersten und in ARTE ausgestrahlten Sendereihe DEUTSCHLANDS WILDE TIERE wird auch bei EUROPAS WILDER OSTEN die Dramaturgie der einzelnen Folgen durch Beobachtungen vom Verhalten ausgewählter und für die Region typischer Tierarten im Wechsel der Jahreszeiten bestimmt.

Wie reizvoll aber wenig bekannt die Wildnis des östlichen Europas ist, zeigen diese Dokumentationen. Sie vermitteln das Erlebnis einer großartigen Natur, die in ihrer Ursprünglichkeit für nachfolgende Generationen bewahrt werden soll. 

Winterliche Abendstimmung im Nationalpark in Weißrussland

Ein junger Bartkauz im Nationalpark in Weißrussland

Wisente treten in großen Herdenverbänden auf

Die Hirsche zur Brunftzeit im Nationalpark in Weißrussland

Ein singender Seggenrohrsänger

Ein Schreiadler breitet die Flügel zum Flug

Morgenstimmung im Nationalpark in Weißrussland

Ein Laubfrosch im Nationalpark in Weißrussland

Aus jedem osteuropäischen Land wird zunächst ein Nationalpark vorgestellt. Entscheidend für die Auswahl ist der dominierende Landschaftscharakter. Ob Meeres- und Küstennationalparks, Waldnationalparks, Gebirgs- und Felsnationalparks, Gewässer und Feuchtgebiete oder Gras- und Heidelandnationalparks - auch diese Vielfalt bestimmt die Unverwechselbarkeit der Reihe. Erfolgreich gesendet wurden von 2001 bis 2007 bei ARTE, in der ARD und im MDR Dokumentationen über folgende Schutzgebiete: 

Der Nationalpark Biebrza in Polen

Sümpfe, Seen, Seggenwiesen und Auwälder - so weit das Auge reicht. 60.000 Hektar Flusslandschaft stehen an der Biebrza, etwa 200 Kilometer nordöstlich von Warschau, im 1993 gegründeten und größten polnischen Nationalpark unter Schutz.

Dank der weitgehenden Unberührtheit und des großen Nahrungsangebotes leben hier viele Vogelarten wie im Paradies: Mehr als 250 wurden schon beobachtet, rund 190 brüten auch im Schutzgebiet.

Knapp 500 Elche gibt es schätzungsweise noch an der Biebrza. Das beeindruckende Säugetier trägt hier - anders als in Skandinavien - kein Schaufelgeweih, sondern so genannte Stangen.

 

Der Tatra-Nationalpark in der Slowakei

Wenn die Murmeltiere ihre Köpfe aus dem Schnee strecken, beginnt an den Hängen und in den Tälern der Hohen Tatra, einem der kleinsten Hochgebirge der Welt, der Frühling.

Der Film über das rund 740 Quadratkilometer große Schutzgebiet im Norden der Slowakischen Republik, zu dem die Westliche Tatra, der größte Teil der Hohen Tatra sowie die Belaer Tatra gehören, beobachtet Tiere und Pflanzen vom Frühlingsanfang bis zum Wiederbeginn des Winters. Darunter solche, die sich - seit der letzten Eiszeit durch die alpine Gipfellage isoliert - ganz eigenständig entwickelt haben, wie die Tatra-Gämse und das Tatra-Murmeltier. Sie locken zahlreiche Botaniker und Blumenliebhaber in diese reizvolle Region mit ihren vielen spektakulären Ausblicken.

 

Der Nationalpark Kiskunság in Ungarn

Schon vor über tausend Jahren sind sie vermutlich mit den Ungarn unter Fürst Arpad in die Große Tiefebene gekommen – die Graurinder, Zackelschafe und Wollschweine. Heute gibt es die uralten Haustierrassen nur noch zwischen Donau und Theiß.

Über Jahrhunderte haben Bauern, Hirten und diese Haustiere in der Kiskunság, wie man die Ebene zwischen den beiden Strömen nennt, eine einzigartige Kulturlandschaft geschaffen.

Die traditionellen Haustierrassen zu erhalten, gehört zu den Aufgaben des 1975 gegründeten Kiskunság-Nationalparks.

 
 

Der Nationalpark Kornati in Kroatien

Der kroatische Nationalpark Kornati ist voller Kontraste: 89 Inseln, arm an Fauna und Flora, steinig und spröde - umgeben von einer Unterwasserwelt, prall mit Leben gefüllt, bunt und vielfältig. Seit 1988 steht dieser einzigartige Archipel in der Adria unter besonderem Schutz.

Die Kornaten sind ein Paradies für Taucher. Damit das so bleibt, hat der Nationalpark strenge Regeln zum Schutz der Unterwasserwelt aufgestellt. Dennoch kann man hier außergewöhnliche Entdeckungen machen, auch wenn nicht jeder das Glück und die Gelegenheit haben wird, Schwarzgrundeln bei ihren Brutvorbereitungen zu beobachten oder in einer kalten Novembernacht einem Schwarm Kalmare zu folgen.

 
 

Der Nationalpark Pirin in Bulgarien

Wild und urwüchsig ist das im Südwesten Bulgariens, nahe der Grenze zu Griechenland gelegene Piringebirge. Sein nördlicher Teil wurde 1962 zum Nationalpark erklärt und 1983 in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen. Wanderwege von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad führen durch jahrhundertealte Schlangenhautkiefer- und Weißtannenwälder, über Gesteinsfelder, in die grandiose Bergwelt.

Naturfreunde beginnen ihre Tour durch den Nationalpark zumeist im altertümlichen Städtchen Bansko. Ein abwechslungsreicher Wanderweg führt zum Vichren, dem mit 2914 Metern höchsten Gipfel des Piringebirges und auf dem alten Weinpfad hinab in Richtung Süden, in das Weinanbaugebiet nach Melnik.

 

Der Nationalpark Vilsandi in Estland

Jedes Jahr im Februar kommen mehrere hundert Kegelrobben nach Innarahu, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Die kleine Insel vor der Westküste Estlands gilt als der größte Setzplatz dieser Tiere in der Ostsee. Um 1900 waren die Kegelrobben in diesen Gewässern nahezu ausgerottet. Anders als vor der deutschen Ostseeküste wächst die Population vor Estland inzwischen langsam wieder an.

Zum 1993 gegründeten Nationalpark gehören 160 meist unbewohnte Inseln und die See zwischen ihnen sowie ein schmaler Landstreifen im Westen Saaremaas, der zweitgrößten Ostseeinsel. Weite Sandstrände wechseln sich ab mit Findlingsküsten, die aussehen, als habe ein Riese mit Murmeln gespielt.

 

Das Wolgadelta in Russland

Wo der längste Fluss Europas in den größten Binnensee der Welt mündet, zählt man Wasservögel nach Millionen.

Im Wolgadelta an der Nordküste des Kaspischen Meeres leben zeitweise fast 300 Arten: vom Krauskopfpelikan über Seeadler, Kormoran, Graureiher und Löffler bis zu Beutelmeise und Weißbartseeschwalbe.

Kein Wunder bei dem unglaublichen Fischreichtum in diesem gewaltigen, an der Küste fast 200 Kilometer breiten Delta, dem größten Feuchtbiotop des Kontinents.

 

 
 

Der Nationalpark Belovezhskaya Pushcha in Weißrussland

Als „einzigen, noch existierenden, großflächigen Urwald Europas“ bezeichnen Fachleute dieses 160.000 Hektar große Schutzgebiet, das 1992 in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Die einmalige Wildnis ist Heimat zahlreicher seltener Tierarten, die andernorts längst verdrängt wurden oder ausgestorben sind. Wisente haben hier eines ihrer letzten Refugien.

Vor Tausenden von Jahren, bevor die Besiedelung begann, erstreckten sich dichte Mischwälder von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Die wachsende Zivilisation führte allmählich zu deren Vernichtung. Die Reste dieser ehemals typischen Landschaft, ihren jahrhundertealten Baumbestand und ihre faunistischen Besonderheiten zu schützen, ist die Hauptaufgabe des Nationalparks.