Friedrich August III. – Sachsens letzter König

„Flucht der Landesmutter Luise“, „Irrenhaus ! – Das Drama ist zu Ende“ – so titelten sächsische Tageszeitungen 1903 den ganz Europa interessierenden Ehestreit von Friedrich August III. und seiner Frau Luise von Toscana. Die erste und einzige Liebe des Monarchen endet im Fiasko, Luise flieht mit ihrem Liebhaber.

Dresden im November 1918 – die Revolution hat Sachsen erreicht. Vor Tausenden Mitgliedern des Arbeiter – und Soldatenrates wird das Ende der sächsischen Monarchie proklamiert, auf dem Dresdner Schloß die rote Fahne gehißt.

König Friedrich August III. verläßt seine Residenz, ohne Widerstand. Er verzichtet auf jede Gewaltanwendung zur Rettung seines Thrones und macht kampflos den Weg frei zur Errichtung der Republik.

 

Dem braven Friedrich August lief erst die Frau fort, dann verlor er seine Krone.

Während des 1. Weltkrieges besucht der König die sächischen Soldaten an der Westfront.

Natürlich gibt es auch Orden für seine Soldaten.

„Macht doch Euern Dreck alleene“, soll er gesagt haben, als er abtrat (alle Bilder: MDR)

Der brave Friedrich August ließ das Leben teilnahmslos an sich vorübergehen.
Der brave Friedrich August ließ das Leben teilnahmslos an sich vorübergehen.
Während des 1. Weltkrieges besucht der König seine Soldaten an der Westfront.
Während des 1. Weltkrieges besucht der König seine Soldaten an der Westfront.

Die 829 Jahre währende glanzvolle Herrschaft der Wettinischen Fürsten endet, unspektakulär, ohne Tote und Verletzte.Diese zwingende Zeitenwende ohne Blutvergießen geschehen zu lassen, ist der vielleicht wichtigste Verdienst von Friedrich August III.

Und auch wenn der Ausspruch des Monarchen „Macht doch Euern Dreck alleene“ nicht verbürgt ist, könnte er die Gemütslage Friedrich Augusts treffen.

Diese beiden, überaus spannenden biografischen Aspekte lassen den sächsischen König aus der Masse deutscher Durchschnittsmonarchen heraustreten und stehen im Mittelpunkt eines von zahlreichen Legenden und Anekdoten umrankten Lebens.

Im Gegensatz zu anderen Filmen der Reihe bot sich bei dieser Dokumentation die Möglichkeit, neben authentischen Fotos, illustrativen Spielszenen und Originalschauplätzen, auch historisches Filmmaterial einzubeziehen.  



Sendung:
30.11.2003, 20.15 Uhr, MDR

Drehorte:
Schloss Heynitz, Schloss Miltitz, Schloss Schleinitz, Schloss Rotschönberg, Schloss Weesenstein, Wachwitz bei Dresden, Wien, Genf, Friedrichsruh, Dresden, Polen

 

Regisseur André Meier entspannt beim Dreh. (Bild: MDR)
Regisseur André Meier entspannt beim Dreh.

Der Autor und Regisseur: André Meier

André Meier wurde 1960 in Berlin geboren. Seit 1992 arbeitete er als freier Autor für Presse, Rundfunk, Fernsehen und Theater. Er war als Redakteur der "Tageszeitung" (taz) in Berlin und als Korrespondent für die Kunstzeitschrift "Art" in Hamburg tätig. 1999 veröffentlichte er seinen Roman "Fixies" im Aufbau-Verlag Berlin. Regelmäßig schreibt er unter anderem für die "taz" und als Kunstkolumnist für "Das Magazin".

Seit 1996 gestaltet er gemeinsam mit dem ORB-Moderator Jürgen Kuttner an der Berliner Volksbühne einen monatlichen "Videoschnipselabend", der dort unter dem Titel "Mainz bis an die Memel" läuft und auch an anderen Theatern, z.B. in Duisburg, Zürich, Dresden, Leipzig und München aufgeführt wird. seit 2001 ist er für „Geschichte Mitteldeutschlands“ tätig.

André Böhm hinter seiner Kamera. (Bild: MDR)
André Böhm hinter seiner Kamera.

Der Kameramann: André Böhm

Geboren 1962, absoviert er das Studium zum Kameramann an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf“. Noch während des Studiums beginnt er als Kameraassistent beim DDR-Fernsehen zu arbeiten.

Nach dem Studium wird er 1988 Kameramann beim Deutschen Fernsehfunk. 1992 macht er sich selbständig und dreht seitdem vor allem für Reportagen und Kulturmagazine, wie den "Kulturreport", "aspekte", "Kulturweltspiegel", "artour" oder "Bilderbuch Deutschland". 1998 wurde er von Radio Bremen im Wettbewerb der Fernsehregionalprogramme für "Die Kittelschürze“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die DarstellerInnen

Ralf Rossmann - Friedrich August III
Alexandra Elisabeth Kuziel - Luise

Das Projekt-Team

Buch und Regie: André Meier
Kamera: André Böhm
Kamera- Assistent: Thomas Richter
Schnitt: Andrea Kuschel
Licht: Mario Erdenberger, Torsten Häfner

Ausstattung: Thomas Gräbner
Requisite: Claudia Oertel
Kostüm: Donka Holeček
Maske: Nadine Ostafinski
Garderobe: Mira Holeček

Mischung: Hans Kölling
Sprecher: Gunter Schoß
Recherche: Christiane Ludwig, Anika Mellin, Ralf Höhn
Redaktionsassistenz: Claudia Anton
Aufnahmeleitung: Ivonne Schönau
Produktionsleitung: Volker Holeček

Fachberater: Prof.Dr.Reiner Groß
Producer: Gabriela Reichelt
Redaktion: Winifred König
Leitung: Claudia Schreiner