Reinhard Heydrich - Der Henker aus Halle

Im Juni 1932 erhält die NS-Führung in München einen Brief. Absender ist der Gauleiter von Halle-Merseburg. Ein hoher Funktionär sei Jude! Der Name des Mannes war Reinhard Heydrich, Geheimdienst-Chef der SS. Ein Verbrecher, der verantwortlich ist für den Mord an Millionen von Juden, soll selbst jüdischer Herkunft gewesen sein.

Der Aufstieg des in Halle geborenen Reinhard Heydrich begann 1931 als rechte Hand Himmlers und Begründer des Sicherheitsdiensts.

 Zuvor lief es nicht gerade gut. Nach zehn Jahren Dienst hatte ihn die Marine unehrenhaft entlassen – wegen einer Frauengeschichte. Dabei war es schon mit fünfzehn sein Wunsch, Soldat zu werden.

Heydrichs Traum, Soldat zu werden, endete mit seiner Entlassung aus der Marine.

Für intelligente Männer, wie Heydrich, bot die SS gute Aufstiegschancen.

Hier wird gerade in der Villa „Maria Waldesruh“ in Markkleeberg gedreht.

Die nächste Einstellung wird vorbereitet.

Zeitgemäße Einrichtung - bis ins kleinste Detail.

Regisseur Lew Hohmann (li.) testet die Schreibmaschine.

Johannes Stelzhammer hat bereits Erfahrung mit der Rolle Heydrich.

Für den Dreh wurde das Zimmer möglichst Originalgetreu eingerichtet.

Dem Vorsitzenden der Wannseekonferenz wurde oft vorgeworfen, selbst Jude zu sein.

Originale Filmrequisiten. (alle Bilder: MDR)

Dem Vorsitzenden der Wannseekonferenz Heydrich wurde oft vorgeworfen, selbst Jude zu sein.(Bild: MDR)
Dem Vorsitzenden der Wannseekonferenz Heydrich wurde oft vorgeworfen, selbst Jude zu sein.
Johannes Stelzhammer spielte bereits im Theaterstück "Wannseekonferenz" Heydrich.(Bild: MDR)
Johannes Stelzhammer spielte bereits im Theaterstück "Wannseekonferenz" Heydrich.

1919 trat er in die Reihen des berüchtigten Freikorps Maercker ein, um in Halle und Leipzig Kommunisten zu jagen. Zwanzig Jahre später war der Violinvirtuose und Leistungssportler Chef des Reichssicherheitshauptamts – einer Superbehörde des Schreckens mit 60.000 Mitarbeitern. Mit diesem Terror-Instrument wurde er zum Mörder tausender Menschen in ganz Europa.

Auf der Wannsee-Konferenz plante er federführend die systematische Vernichtung aller Juden. Kurz darauf wurde der Massenmörder selbst zum Opfer. Tschechische Widerstandskämpfer töteten Reinhard Heydrich am 27. Mai 1942 bei einem Attentat in Prag.

Trotz seines rasanten Aufstiegs lebte der NS-Karrierist mit der Angst vor einem Gerücht, das ihn seit Kindstagen verfolgte: Er habe jüdische Vorfahren! Im deutschen Verbrecherstaat hätte damit auch ein überzeugter Nazi wie Heydrich schlechte Karten gehabt. Sollte Hitler etwa einem „Agenten des Weltfeinds“ die Sicherheit der Partei anvertraut haben?

Die obersten NS-Ahnenforscher wurden mobilisiert und stellten Heydrich den Persilschein aus. Doch der Verdacht war zählebig und machte ihm offenbar immer wieder zu schaffen. Und das einem Mann, der ohne Frage zu den Hauptschuldigen der Vernichtung des jüdischen Volkes gehört!

 

Sendung:
19.11.2006, 20.15 Uhr, MDR

Drehorte:
Halle, Berlin, Leipzig, Fehmarn, London, Markkleeberg 

Regisseur Lew Hohmann (li.) organisierte den Dreh.(Regisseur Lew Hoffmann (li.) organisierte den Dreh.)
Regisseur Lew Hohmann (li.) organisierte den Dreh.

Der Autor und Regisseur: Lew Hohmann

Der Filmemacher wurde 1944 in Schmiedeberg. Nach der Schule studierte er Regie an der Filmhochschule Potsdam - Babelsberg. Fast 20 Jahre arbeitete er als Autor und Regisseur im DEFA - Dokumentarfilmstudio. Von 1991 bis 1997 entwickelte er als Geschäftsführer und Produzent der Filmproduktion „Tele Potsdam“ mehrere TV-Formate. Heute ist er freier Filmemacher, Professor an der Hochschule Anhalt, Sachbuch- und Webautor.

Er hat insgesamt etwa 50 Filme gedreht, so zum Beispiel 1983 über den Thomanerchor sowie Martin Luther, zwischen 1985 und 1998 entstand die „Wolf-Trilogie“, 1999/2000 „Die Preußen-Chronik“, 2002 „Deutschland und Polen“. Hohmann ist seit 2003 an der Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“ beteiligt.

Kameramann Andreas Bergmann bei der Arbeit. (Bild: MDR)
Kameramann Andreas Bergmann bei der Arbeit.

Der Kameramann: Andreas Bergmann

Andreas Bergmann, 1953 in Potsdam geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Obstgärtner, bevor er 1971 eine Ausbildung als Regieassistent beim DFF begann. Dem Abitur Ende der 70er Jahre folgte ein Studium an der Filmhochschule Babelsberg. Nach dem erfolgreichen Hochschulabschluss arbeitete Bergmann meist freiberuflich für verschiedene Sender und Filmstudios wie das DEFA-Dokumentar-Studio oder den ORB.

Im vergangenen Jahr nahm er eine Gastprofessur für „Künstlerische Kamera“ an der Filmhochschule Konrad Wolf an. Insgesamt wirkte Andreas Bergmann an mehr als 150 Filmen mit.

Die DarstellerInnen

Johannes Stelzhammer - Reinhard Heydrich

Das Projekt-Team

Autor: Lew Hohmann
Kamera: Andreas Bergmann
Kameraassistent: Andreas Hoberg
Licht: Mario Erdenberger
Kostüm: Torsten Mittelstädt
Maske: Donka Holeček
Ausstattung: Ulrike Schwarzburger

Musik: Michael Hartmann
Schnitt: Daniel König
Aufnahmeleitung: Katrin Löffelmann, Laura Kaufmann
Produktionsleitung: Volker Holeček
Producer: Steffen Jindra

Redaktion: Winifred König
Leitung: Claudia Schreiner