Hugo Junkers - Der Ikarus von Dessau

Als der Ingenieur Hugo Junkers 1895 in Dessau die ersten Gasbadeöfen baut, löst er in den deutschen Badezimmern eine kleine Revolution aus: warmes Wasser aus der Wand, soviel und so oft man es will!
 Der Mann mit der verkrüppelten Hand ist ein genialer Erfinder, Sportsmann und zudem ein Unternehmer mit ethischen Grund- sätzen.

Junkers ist schon 55, da startet er seine spektakuläre zweite Karriere als Flugzeugbauer. Sein wohl berühmtestes Flugzeug, die JU 52, „Tante JU“ genannt, fliegt noch heute.
Die Vision von einem europäischen Linienflugnetz ist für Hugo Junkers alles andere als eine fixe Idee.

Diese Szene zeigt die Feierlichkeiten anlässlich Junkers 70. Geburtstags.

Peter Grätz bei der Arbeit. Diese Szene zeigt die Ankunft der Junkers am Flughafen.

Die dreimotorige Junkers Ju 52 war damals das größte Verkehrsflugzeug.

Regisseur Lew Hohmann (li.) und das Filmpaar Junkers (Arne Fuhrmann und Heidi Walier)

Die dreimotorige Junkers Ju 52 war damals das größte Verkehrsflugzeug. (Bild: MDR)
Die dreimotorige Junkers Ju 52 war damals das größte Verkehrsflugzeug.
Diese Szene zeigt die Feierlichkeiten Anlässlich Junkers 70. Geburtstags. (Bild: MDR)
Diese Szene zeigt die Feierlichkeiten Anlässlich Junkers 70. Geburtstags.

In den Goldenen Zwanzigern organisiert er bereits mit einer eigenen Firma, der „Junkers Luftverkehr AG“, von Dessau aus den deutschen Linienflugverkehr.

Bald sind auch die großen europäischen Städte angebunden. Und als es 1928 zwei Piloten gelingt, mit einer Junkers- maschine erstmals den Atlantik von Europa nach Amerika ohne Zwischenlandung zu überqueren, werden Junkers und seine Flieger von tausenden New Yorkern euphorisch gefeiert.

Doch die Luftfahrtgesellschaft nimmt ihm die Reichsregierung der Weimarer Republik weg, seine Werke und die Flugpatente rauben ihm die Nazis, denen Junkers als politisch unzuverlässiger Kandidat und Querulant gilt.

Dass der Name Junkers weltweit bekannt und sein Träger Ehrenbürger von Dessau und Rheydt, seiner Geburtsstadt, kann ihn nicht retten. Zwei Jahre nach seiner Enteignung, am 3. Februar 1935, an seinem 76. Geburtstag, stirbt Hugo Junkers, der „Vater der europäischen Luftfahrt“ als gebrochener Mann.

 

 

 

Sendung:
20.11.2005, 20.15 Uhr, MDR

Drehorte:
Dessau, Bremen, Berlin, München, Flughafen Berlin – Tempelhof, Dessau, Bayrisch Zell

 

Die historische Persönlichkeit Hugo Junkers (1859 – 1935)

Die "Tante Ju", wie sie liebevoll genannt wird, wurde eigentlich als Frachtflugzeug entwickelt.
Die "Tante Ju", wie sie liebevoll genannt wird, wurde eigentlich als Frachtflugzeug entwickelt.

Am 3. Februar 1859 wird Hugo Junkers als drittes von sieben Kindern des Weberei- und Ziegeleibesitzers Heinrich Junkers und dessen Ehefrau Luise Junkers im rheinischen Rheydt geboren.

Im Jahre 1895 entstand seine erste eigene Firma in Dessau, die "Junkers & Co.", in der Gasbadeöfen, Heizgeräte und andere seiner Erfindungen produziert wurden.

 

Bis zu seinem Tode im Jahre 1935 sollten noch etliche Firmengründungen und Patentanmeldungen folgen, die ihn zu dem bedeutendsten Industriellen des deutschen Verkehrsflugzeug- und Flugmotorenbaus seiner Zeit machten.

Regisseur Lew Hohmann (li.) wähernd des Junkersdrehs am Flughafen Berlin-Tempelhof. (Bild: MDR)
Regisseur Lew Hohmann (li.) wähernd des Junkersdrehs am Flughafen Berlin-Tempelhof.

Der Autor und Regisseur: Lew Hohmann

Der Filmemacher wurde 1944 in Schmiedeberg, im heutigen polnischen Riesengebirge geboren. Nach der Schule studierte er Regie an der Filmhochschule Potsdam - Babelsberg. Fast 20 Jahre arbeitete er als Autor und Regisseur im DEFA - Dokumentarfilmstudio. Von 1991 bis 1997 entwickelte er als Geschäftsführer und Produzent der Filmproduktion „Tele Potsdam“ mehrere TV-Formate.

Heute ist er freier Filmemacher, Professor an der Hochschule Anhalt, Sachbuch- und Webautor. Er hat insgesamt etwa 50 Filme gedreht, so zum Beispiel 1983 über den Thomanerchor sowie Martin Luther. 2003 realisierte er in der Reihe Zur "Geschichte Mitteldeutschlands" die szenische Dokumentation über Martin Luther, 2004 über Johann Sebastian Bach. Für seine hervorragende Arbeit wurde er mehrmals für den Grimme - Preis nominiert.

Kameramann Peter Grätz bei der Arbeit. Diese Szene zeigt die Ankunft der Junkers am Flughafen. (Bild: MDR)
Kameramann Peter Grätz bei der Arbeit. Diese Szene zeigt die Ankunft der Junkers am Flughafen.

Der Kameramann: Peter Grätz

Der Kameramann wurde 1950 geboren. Er absolvierte sein Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf“ in Potsdam - Babelsberg und begann 1974 beim Fernsehen der DDR. Seit 1992 ist er als freiberuflicher Kameramann und Steadycam operator für Film und Fernsehen weltweit unterwegs.

Seinen Ruf als „Bildermaler“ erarbeitete er sich bei zahlreichen Reportagen, Dokumentar – und Featureproduktionen, u.a.: „Haus der Schamanen“ (Georeportage), „Wohnungen Gottes“ ( 3 teilige ZDF – Reportage), „Süßer Traum Schokolade“ (Feature), „Leute gibt`s“ (6 Teile für MDR Unterhaltung). Für die OTTONIA Media GmbH drehte er im vergangenen Jahr die „Geschichte Europas“ und die Dokumentation über Karl May in der Reihe „Zur Geschichte Mitteldeutschlands“.

Der Fachberater: Günter Schmitt

Der 1931 in Berlin geborene Günter Schmitt absolvierte erst eine Ausbildung zum Zimmermann bevor er, begeistert vom Erlebnisreichtum des Fallschirmspringens, Sprunglehrer wurde. Günter Schmitt studierte Journalistik und promovierte 1975 an der Leipziger Universität. Im Anschluss daran wurde er Dozent für Hochschulpädagogik.

Da er sich intensiv mit der Luftfahrtgeschichte, besonders mit der des Motorfluges beschäftigte, entwickelte sich sein Interesse für Leben und Werk Hugo Junkers. Über den genialen Erfinder und Visionär betreibt er seit Jahren spezielle Studien und hat 1991 die Biografie des Technik- und Luftfahrtpioniers im Aviatic Verlag veröffentlicht.

Die DarstellerInnen

Felix Sauer - Hugo Junkers, im Alter von 29 – 40 Jahren
Arne Fuhrmann - Hugo Junkers im Alter von über 50 Jahren
Ulrike-Sophie Haase - Therese Junkers im Alter von 22 Jahren
Heidi Walier - Therese Junkers im Alter von 50 – 60 Jahren

Rainer Reiners - Rechtsanwalt Dr. Adolf Kottmeier
Michael Christian - Oberstaatsanwalt Lämmler
Fritz Roth - Handelskammerpräsident Johannes Müller
Holger Schmidt - Dr. Adolf Dethmann
Rainer Koschorz - Friedrich Peter Drömmer

Das Projekt-Team

Redaktion: Winifred König
Autor/Regisseur: Lew Hohmann
Producerin: Gabriela Reichelt
Kamera: Peter Grätz, Hans Rombach
Kamera-Assistenz: Thomas Richter
Produktionsleitung: Volker Holecek
Aufnahmeleitung: Tilo Gläßer

Ausstattung: Annette Braun
Requisite: Frank Müller
Kostüm: Manja Schönfelder, Maria Runge
Maske: Donka Holecek
Beleuchtung: Mario Erdenberger
Musik: Michael Hartmann
Fachberatung: Dr. Günter Schmitt