Sie waren jung, wollten helfen, die Welt sehen. Mit Stolz tragen Sie die Hakenkreuzbrosche des Roten Kreuzes, als die Schwestern in Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen den Zug besteigen. Doch zwischen Charkow und Paris holt sie die brutale Realität der Schlachtfelder ein. Langsam wird Ihnen klar: es gibt kein Zurück mehr. Täglich sind sie mit den völlig unzulänglichen Planungen der obersten Heeresleitung konfrontiert. Ihre Patienten: bis zur Unkenntlichkeit vestümmelte Soldaten, die Ihre Brüder sein könnten. Die jungen Frauen sind Ärztinnen, Krankenschwestern und Seelsorgerinnen zugleich, Begleiter in den letzten Minuten. An den Fronten ist kein Platz mehr für Nazi-Ideologie. Ihre einzige Strategie: Ablenkung und Verdrängung.
Für “Frauen an der Front” haben sich zahlreiche Zeitzeuginnen nach über 60 Jahren auf den Weg in ein dunkles Kapitel ihrer Geschichte gemacht. Nicht jede war körperlich noch imstande, ihre Erlebnisse zu rekapitulieren. Auch Elisabeth Veith musste zunächst aus gesundheitlichen Gründen absagen. Aber dann wollte sie doch sprechen. Über viele Jahre hatte sie die Erinnerungen an die Front und ihre spätere Kriegsgefangenschaft tief vergraben. „Ich wollte nicht, dass mir unangenehme Dinge nachgesagt werden“. Erst heute, mit über 80 Jahren, gelingt es ihr, zu reflektieren.
Länge: 52’/45’ im Auftrag von ARTE und MDR
Ausstrahlung: 21. Juli 2010, ARTE