Johann Sebastian Bach – Der liebe Gott der Musik

„Nicht Bach, Meer sollte er heißen“, sagte Beethoven. „Studiert Bach, dort findet ihr alles“, ermahnte Johannes Brahms seine Schüler. „Wir sind alle Stümper gegen ihn“, meinte Robert Schumann und Claude Debussy nannte Bach gar den „lieben Gott der Musik“.

Wer war dieser Mann, „von dem alle musikalische Weisheit ausging“ und der heute unbestritten als „das Musikgenie“, als der wohl größte Musiker aller Zeiten gilt?

Sein riesiges Werk, fast 1200 Kompositionen hat er uns hinterlassen, künstlerisch wie technisch hochkompliziert und vollkommen, berührt tief. Das 18. Jahrhundert aber versagte dem Genie Bach seine Anerkennung.

Inga Lampert und Prof. Georg Christoph Biller vor Drehbeginn.

Familienidylle am See.

Bach musiziert gemeinsam mit seinen Schützlingen.

Kameramann Andreas Bergmann inszeniert den Dreh am See.

Bach arbeitet stets an seinen Werken.

Johann Sebastian Bach wird verkörpert von Prof. Georg Christoph Biller.

Der junge Bach beim Spiel mit seiner Tochter.

Anna Clara Carlstedt spielt Maria Barbara. (alle Bilder: MDR)

Johann Sebastian Bach, „Der liebe Gott der Musik“ (Bild: MDR)
Johann Sebastian Bach, „Der liebe Gott der Musik“

Sein Leben, so überraschend wenig gesichertes Wissen wir darüber auch haben, war ein Leben in vielleicht selbst gewählter provinzieller Enge, ein Kampf um die ihm gebührende Achtung, um Auskommen und nötige Arbeitsbedingungen mit kleinlichen Obrigkeiten, ein ständiges und all zu oft erfolgloses Ringen um Anerkennung seiner Arbeit; ein Dasein, das von frühester Jugend an von ständiger Konfrontation, mit Verlust und Tod geliebter Menschen begleitet war; ein Leben aber auch, das er unbeirrt einer, seiner Idee unterwarf: musikalische Vollkommenheit zu erreichen und die Grundlagen aller Musik zu schaffen.

Sendung:
14.11.2004 

Drehorte: Eisenach, Dornheim, Mühlhausen, Weimar, Köthen, Leipzig, Arnstadt, Altranstädt, Machern 

Die historische Persönlichkeit Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Bach (Prof. G. C. Biller, mi.) in seinem Element (Bild: MDR)
Bach (Prof. G. C. Biller, mi.) in seinem Element

Es gibt nur wenige Dokumente, die etwas über Bachs Leben aussagen, nicht einmal ein wirklich verifizierbares Porträt. Das wohl authentischste Zeugnis ist der Nekrolog, den sein Sohn Carl Phillip Emanuel Bach für seinen Vater verfasste. Das Übrige, worauf die Nachwelt angewiesen ist, sind amtliche Texte, Eingaben, Gutachten, Rechnungen, Schullisten. Und es gibt noch weniger Zeugnisse von Bachs eigener Hand, die etwas über den Menschen Bach aussagen, über seine Freuden, seinen Kummer, seine Gedanken, seine Seele. Wenig ist überliefert und dennoch unermesslich viel: seine Musik und das, was sie über sein Empfinden und Fühlen erzählt.

Der Film betrachtet Bachs Biografie, auch manche weniger bekannten Episoden und Charakterzüge in einer Mischung von Dokumentarischem, Authentischem und Fiktionalem, betrachtet den Menschen Bach, um seinem Geheimnis näher zu kommen.

Es wirkt, als würde Lew Hohmann (re.) mit um Bachs Frau Maria Barbara trauern. (Bild: MDR)
Es wirkt, als würde Lew Hohmann (re.) mit um Bachs Frau Maria Barbara trauern.

Der Autor und Regisseur: Lew Hohmann

Der Filmemacher wurde 1944 in Schmiedeberg im Riesengebirge im heutigen Polen geboren. Nach der Schule studierte er Regie an der Filmhochschule Babelsberg. Danach arbeitete Hohmann fast 20 Jahre als Autor und Regisseur beim DEFA-Dokumentarfilm. Heute ist er freier Filmemacher, Professor an der Hochschule Anhalt, Sachbuch- und Webautor.

Lew Hohmann hat insgesamt etwa 50 Filme gedreht. So zum Beispiel über Martin Luther, 1983 und 2003 für „Geschichte Mitteldeutschlands“, ebenfalls 1983 einen Film über den „Thomanerchor“. Zwischen 1985 und 1998 entstand die „Wolf-Trilogie“, 1998 „Die Brandenburger", 1999/2000 „Die Preußen-Chronik" und 2002 „Deutschland und Polen". Für seine hervor- ragende Arbeit wurde er mehrmals für den Grimme-Preis nominiert.

 

Warnung vor dem Hund. Andreas Bergmann scheint keine Angst vor Raubtieren zu haben.(Bild: MDR)
Warnung vor dem Hund. Andreas Bergmann scheint keine Angst vor Raubtieren zu haben.

Der Kameramann: Andreas Bergmann

Andreas Bergmann , 1953 in Potsdam geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Obstgärtner, bevor er 1971 eine Ausbildung als Regieassistent beim DFF begann.

Dem Abitur Ende der 70er Jahre folgte ein Studium an der renommierten Filmhochschule Babelsberg. Nach dem erfolgreichen Hochschulabschluss arbeitete Bergmann meist freiberuflich für verschiedene Sender und Filmstudios wie das DEFA-Dokumentar-Studio oder den ORB.

Im vergangenen Jahr nahm er eine Gastprofessur für „Künstlerische Kamera“ an der Filmhochschule Konrad Wolf an. Insgesamt wirkte Andreas Bergmann an mehr als 150 Filmen mit.

 

Die Co-Autorin und Redakteurin: Winifred König

Winifred König ist seit 2001 in Personalunion Projektleiterin und zuständige MDR-Redakteurin der Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“. Nach dem Journalistik-Studium an der Leipziger Universität arbeitete die gestandene Fernsehfrau in verschiedenen Bereichen des DDR-Fernsehens, u.a. als Auslandskorrespondentin in Prag, als Autorin und Redakteurin der Sendereihen „Prisma" und „Kulturmagazin". Als MDR-Redakteurin war sie seit 1992 für verschiedene Kulturmagazine verantwortlich, u.a. für den ARD-Kulturreport aus Leipzig, das Kulturjournal „artour" und das arte-Kulturmagazin „metropolis". 

Der Fachberater: Dr. Peter Wollny

Peter Wollny ist als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Archiv Leipzig tätig und unterrichtet als Lehrbeauftragter an den Universitäten Leipzig, Dresden und Weimar. Er hat mehrere Bände für die Neue Bach-Ausgabe herausgegeben und zahlreiche Aufsätze zur Bach-Familie und zur Musikgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts veröffentlicht. Er ist Mitglied des Herausgeberkollegiums der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Gesamtausgabe, des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft und der Musikgeschichtlichen Kommission.

Die DarstellerInnen

Thomaskantor Prof. Georg Christoph Biller - Johann Sebastian Bach, 35-65 Jahre
Gregor Meyer - Johann Sebastian Bach, 18-30 Jahre
Philipp Rösel - Johann Sebastian Bach, 10-12 Jahre
Anna Clara Carlstedt - Maria Barbara
Inga Lampert - Anna Magdalena 

Das Projekt-Team

Redaktion: Winifred König
Autoren: Lew Hohmann, Winifred König
Regisseur: Lew Hohmann
Kamera: Andreas Bergmann

Musik: Michael Hartmann
Grafik: Ingolf Hetscher/ Ina Hebestadt
Producer: Gabriela Reichelt
Aufnahmeleitung: Jürgen Brendel

Kostüm: Katharina Meintke
Maske: Nadine Ostafinski, Donka Holecek
Ausstattung/Requisite: Friederike Meintke
Recherche: Svenja Rau, Marcus Metzner, Carina Völker