Glück ohne Ruh – Goethe und die Liebe

Es ist der 3. September 1786. Johann Wolfgang von Goethe verlässt Weimar und bricht unter falschem Namen zu seiner berühmten Italienreise auf. Seine Abreise gleicht einer Flucht. Kein Wunder, die jahrelange unerfüllte, weil platonische Liebe zu der sieben Jahre älteren, verheirateten Charlotte von Stein hat den Dichter zermürbt, die Verantwortung als Staatsmann ihn seiner Kreativität beraubt. Er braucht eine Auszeit.

Oder war alles ganz anders, haben sich alle Biografen Goethes geirrt? Hatte der Dichter jahrelang eine heimliche Affäre mit Herzogin Anna Amalia und musste aus Furcht vor Entdeckung nach Italien fliehen, wie ein Weimarer Jurist und Goetheforscher behauptet? 

Goethe ist berühmt für seine Werke
und seine Frauengeschichten.

Der junge Goethe wird noch von Noah Amos Aron Matheis gespielt.

Dann übernimmt Felix Spieß die Rolle des Dichterfürsten.

Sie schuf die Atmosphäre für Willkommen und Abschied - die Nebelmaschine.

Das Team kontrolliert die Szene nochmal am Monitor.

Während des Drehs gab es solche Lichtspiele zu bewundern.

Bewundert und fördert "ihren" Goethe: Anna Amalia, die Herzogin.

Goethe betrachtet verwundert einen Zeitreisenden.

Der Schlosspark von Sondershausen bot eine idyllische Umgebung für den Dreh.

Ein nachdenklicher Goethe auf Wanderschaft.

Charlotte von Stein (Sonja Baum) war eine von Goethes Geliebten.

Die Maskenbildnerin sorgt für wetterfeste Frisuren.

Goethe bietet mit seiner späteren Frau Christiane einen Tanz dar.

Das Team mit Matthias Tschiedel an der Kamera im Einsatz.

Goethe führt Christiane Vulpius im Park aus.

Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius gemeinsam beim Waldspaziergang
Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius gemeinsam beim Waldspaziergang
Noah Amos Aron Matheis bekommt letzte Instruktionen
Noah Amos Aron Matheis bekommt letzte Instruktionen

Wie kein anderer beschrieb er die Spielarten der Liebe zwischen Glück und Qual, Leidenschaft und Entsagung, Hoffnung und Verzweiflung.

Doch obwohl Goethe im Laufe seines Lebens viele Liebschaften hatte, erlebte er angeblich erst auf seiner Italienreise im Alter von 37 Jahren die Freuden der körperlichen Liebe - „des echten nacketen Amors“. Und obwohl er in seinen Werken stets die große Liebe pries, hatte er nur Beziehungen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt waren oder lief davon, wenn ihm die Frauen zu nahe kamen. Und auch die Beziehung zu Christiane Vulpius erscheint bei genauerer Betrachtung in einem seltsamen Licht. Vielleicht war nichts so wie es schien.

Was steckt wirklich hinter den vielen amourösen Verwicklungen und Ungereimtheiten seines Lebens? Welche Abgründe verbergen sich im Liebesleben des deutschen Dichterfürsten? War Goethe der Herzensbrecher der Weimarer Klassik, der seine literarischen Dramen „lebte“ oder tragisch verstrickt in eine große Liebe, die nie an die Öffentlichkeit gelangen durfte?

„Geschichte Mitteldeutschlands“ auf den Spuren von Goethes letztem Geheimnis.




Sendung:
16. November 2008, 20:15 Uhr, MDR


Drehorte:
Frankfurt am Main, Wetzlar, Meißenheim, Straßburg, Sesenheim, Weimar, Sondershausen, Burg, Schloss- und Rittergut Großfurra 

 

Die historische Persönlichkeit Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Der idyllische Schlosspark von Sondershausen (Bild: MDR)
Der idyllische Schlosspark von Sondershausen

Goethe ist bekannt als Universalgenie. Er war gleichermaßen Dichter, Schriftsteller, Kunstkritiker, Philosoph, Naturwissenschaftler, Jurist und Staatsmann. Er wurde in wohlhabende Verhältnisse in Frankfurt am Main geboren, studierte Rechtswissenschaft in Leipzig. Weitere Studienstationen waren Frankfurt und Straßburg. Zurück in Frankfurt eröffnet er eine Kanzlei. Bedeutend für ihn war der Besuch des Herzogs Carl Augusts Herzog von Sachsen-Weimar, der ihn 1775 nach Weimar einlud. Dort angekommen, wurde Goethe in mehrere Regierungsämter eingespannt. Eine besondere Bedeutung hatte seine Bekanntschaft mit Charlotte von Stein. 1786 floh er nach Italien, lebte zwei Jahre ungebunden. 1788 setzte Goethe sich wieder den Weimarer „Zwängen“ aus.

Christiane Vulpius, eine einfache Frau, wurde seine Geliebte, 1806 seine Ehefrau. Eine Arbeiterin und Goethe – die Gesellschaft war schockiert.

 

Regisseur Dirk Otto (2.v.re.) verfolgt die nächste Einstellung (Bild: MDR)
Regisseur Dirk Otto (2.v.re.) verfolgt die nächste Einstellung

Der Regisseur: Dirk Otto

Während seines Regie-Studiums an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg und als Regisseur im DEFA-Studio Babelsberg drehte Dirk Otto bis 1991 Kino- und TV-Filme verschiedenster Genres, z.B. „Als wir leben wollten“, „Clochards“, „Der letzte Morgen“ oder „Wir bleiben hier“. Ab 1992 war er Regisseur und Autor für Produktionsfirmen in Potsdam-Babelsberg, Berlin, Köln, Paris, München und Leipzig u.a. für den WDR, RTL, ARTE und MDR, SFB, ORB: u.a. „Helden a.D.“, „Märkisches Burgenland“, „Ravensbrück“.

Seit 1998 ist er für DREFA und OTTONIA auch Producer von TV- Filmen wie „Hitlers schwarzer Orden“ (ARD) und Mitautor, Producer und Regisseur von Filmen der Geschichte Mitteldeutschlands, u. a. „Gräfin Cosel“, 2005, „Katharina die Große“, 2006, „Georg Friedrich Händel“, 2007 und „Albrecht der Entartete“ 2008.

Kameramann Matthias Tschiedel (3.v.li.) dreht die nächste Szene (Bild: MDR)
Kameramann Matthias Tschiedel (3.v.li.) dreht die nächste Szene

Der Kameramann: Matthias Tschiedel

Seine Ausbildung absolvierte Matthias Tschiedel an der Filmhochschule HFF Babelsberg.

Im Jahre 1987 erhielt er den Kamerapreis des Internationalen Studentenfilmfestival in Babelsberg und wurde zwei Mal („Keine Liebe, kein Leben“, 1994; „Wer anhält stirbt“, 1996) für den Deutschen Kamerapreis nominiert. Seine bevorzugten Arbeitsbereiche sind Spiel-, Fernseh- und Dokumentarfilme, sowie Werbaufnahmen.

Während seiner langjährigen Tätigkeit sammelte er diverse Dreherfahrungen im Ausland, in Italien, Panama, Polen, Russland, Spanien, Schweiz, Tschechische Republik und Ungarn. Mehrfach mitgewirkt hat er in der TV-Filmreihe „Tatort“ und in Spielfilmen wie „Herz ohne Krone“ (2003) und „Kein Spiel“ (2007).

Die Autorin: Winifred König

Winifred König ist seit 2001 in Personalunion Projektleiterin und MDR-Redakteurin der Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“. Nach dem Journalistik-Studium an der Leipziger Universität arbeitete die gestandene Fernsehfrau in verschiedenen Bereichen des DDR-Fernsehens, u.a. als Auslandskorrespondentin in Prag, als Autorin und Redakteurin der Sendereihen „Prisma" und „Kulturmagazin". Als MDR-Redakteurin war sie seit 1992 für verschiedene Kulturmagazine verantwortlich, u.a. für den ARD-Kulturreport aus Leipzig, das Kulturjournal „artour" und das arte-Kulturmagazin „metropolis". 2004 war sie Co- Autorin des Films über Johann S. Bach (2004) und des Films über den Graf von Gleichen. In den Filmen der Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“ über Friedrich Schiller und Georg Friedrich Händel fungierte sie als Autorin. 

Die DarstellerInnen

Noah Amos Aron Matheis – Johann Wolfgang von Goethe I
Felix Spieß – Johann Wolfgang von Goethe II
Karoline Kunz – Anna Katherina „Käthchen“ Schönkopf
Karina Schymiczek – Friederike Brion
Ulla-Maria Schlegelberger – Charlotte Buff
Lara-Isabelle Rentinck – Anna Elisabeth „Lili“ Schönemann
Marianne Sonneck – Anna Amalia
Sonja Baum – Charlotte von Stein
Lore Richter – Christiane Vulpius 

Das Projekt-Team

Autor: Winifred König
Kamera: Matthias Tschiedel
Kamera-Assistenz: Andreas Hoberg    
Licht: Mario Erdenberger
Kostüm: Jan Hoffmann
Maske: Ragna Jornitz
Ausstattung: Friederike Meintke, Hartmut Behder
Musik: Maik Hartung

1. Aufnahmeleiter: Tilo Gläßer
Aufnahmeleitung: Hans Geißendörfer
Producer: Gabriela Reichelt
Redaktion: Winifred König
Leitung: Claudia Schreiner