Kaiser Barbarossa – Die Legende im Kyffhäuser

Kaiser Rotbart ist Legende. Tief im Kyffhäuser schläft er, nur um eines Tages zu erwachen. Dann soll er das Reich retten und zu neuer Herrlichkeit führen. Rotbart Barbarossa oder historisch korrekt Kaiser Friedrich I. von Hohenstaufen hat echten Star-Charakter unter den deutschen Imperatoren des Mittelalters. Verehrt als Ideal-Herrscher, als Symbol für Stärke, Macht und Einheit. Durch den Kyffhäuser ist er fest mit Mitteldeutschland verbunden. 

Wie aber sieht es mit dem leibhaftigen Rotbart aus? Warum hat ihm die Nachwelt ausgerechnet einen Berg südlich des Harzes als ewiges Zuhause gegeben? Vielleicht, weil er gerade hier Spuren hinterlassen hat, die Schlüssel zu seiner Sagenheimat sind. 

Barbarossa soll sehr feinfühlig mit seiner jungen Frau umgegangen sein.

Kaiser Barbarossa (Sascha Gluth) ist bereit zur Tat.

Spielszene der Hochzeit des Paares. Später werden ihnen zehn Kinder geboren werden.

Barbarossa heiratet die noch minderjährige Beatrix von Burgund (Milena Jung).

Regisseur Dirk Otto im Gespräch mit Thomas Linke (Mitte) und Peter Schulze-Sandow (re.).

Svea Meiken Petersen präsentiert ihr Kostüm. Sie spielt die erwachsene Beatrix.

Thomas Linke als Heinrich der Löwe. Heinrich kämpfte lange an Barbarossas Seite.

Die ältere Beatrix und Barbarossa posieren für die Presse.

Erzbischof Wichmann von Magdeburg versöhnt Barbarossa mit dem Papst.

Am 18. Juni 1155 hat Barbarossa sein Ziel erreicht.

Er wird von Papst Hadrian IV. zum Kaiser gekrönt.

Er beharrt jedoch darauf, die Kaiserwürde unmittelbar von Gott empfangen zu haben.

Am 1. August 1167 hatte es auch Beatrix geschafft.

Sie wird in Rom zur Kaiserin gekrönt.

Kaiser Barbarossa hoch zu Ross.

Spielszene aus Barbarossas erstem Heerzug gegen Norditalien.

Die Spielszenen entstehen auf Burg Querfurt.

Barbarossas Herrschaft in Italien wird immer wieder von Aufständen erschüttert.

Barbarossa in Aktion (alle Bilder: Karsten Trepte)

Friedrich Barbarossa hoch zu Pferde (Bild: Karsten Trepte)
Friedrich Barbarossa hoch zu Pferde
Barbarossa führt seine Braut zum Altar (Bild: Karsten Trepte)
Barbarossa führt seine Braut zum Altar

Dafür wenden wir den Blick auf Barbarossas Aktivitäten in Thüringen, im Harz, an Saale und Elbe, also klassische mitteldeutsche Gefilde und kommen zu erstaunlichen Einsichten. Altenburg und Umgebung baut er zum Reichsland aus und stärkt damit seine kaiserliche Gewalt nördlich der Alpen. Um das zu schaffen, spielt er die ehrgeizigen lokalen Adelsgrößen geschickt gegen Herzog Heinrich den Löwen aus, der erst sein treuester Verbündeter und später sein schlimmster Feind ist.

Die mitteldeutschen Potentaten – Askanier, Wettiner und Ludowinger – schwanken zwischen Kaisertreue und Verschwörungsversuchen, die sich gegen die Übermacht des Welfenherzogs richten. Am Ende hat Barbarossa den Welfen besiegt und sitzt auch in Mitteldeutschland fest im Sattel.

Trutzige Burgen künden von der Macht des Stauferkaisers, allen voran die Reichsburg Kyffhausen. Die wird so auch zum Kristallisationspunkt für die sagenhafte Verewigung Barbarossas im gleichnamigen Berg.

Gedreht wird an authentischen Orten – u.a. auf dem Kyffhäuser, in der Kaiserpfalz, Tilleda, in Halle, Merseburg und in Italien. Die Spielszenen werden im Kloster Jerichow sowie in und um Querfurt realisiert.




Sendung:
09.08.2009, 20.15 Uhr, MDR

Drehorte:
Kyffhäuser, Tilleda, Merseburg, Kloster Jerichow, in und um Querfurt, bei Mailand 

 

Die historische Persönlichkeit Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1123-1190)

Ausblick auf den Kyffhäuser
Ausblick auf den Kyffhäuser

Barbarossa bestimmte die Geschicke des Reiches über fast vier Dekaden. Dabei agiert er strategisch gut, er wird zum Kaiser gekrönt und gegen Ende seines Lebens war das Reich geeint wie nie zuvor. Deswegen bezieht man sich nach der Reichsgründung 1871 auf ihn. Mit Mitteldeutschland ist Friedrich durch den Kyffhäuser und seine darauf befindliche Reichsburg, die für ihn von besonderer Bedeutung war, verbunden.

Taktisches Kalkül und seine besondere Herkunft (in Friedrich fließt Blut der beiden mächtigsten Fürstengeschlechter – der Welfen und der Staufer) sind die Gründe für seine Krönung. Um den Frieden zu erhalten und seine eigene Macht zu sichern, muss er die Balance zwischen den konkurrierenden Reichsfürsten halten. Das erfordert strategisches Geschick, Freundschaft und Feindschaft liegen, wie im Falle Heinrichs des Löwen, nah bei einander. Barbarossa stirbt auf dem dritten Kreuzzug nach Jerusalem.

 

Regisseur Dirk Otto (li.) im Gespräch mit seinen Schauspielern. (Bild: Karsten Trepte)
Regisseur Dirk Otto (li.) im Gespräch mit seinen Schauspielern.

Der Regisseur: Dirk Otto

Während seines Regie-Studiums an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg und als Regisseur im DEFA-Studio Babelsberg drehte Dirk Otto bis 1991 Kino- und TV-Filme verschiedenster Genres, z.B. „Als wir leben wollten“, „Clochards“, „Der letzte Morgen“ oder „Wir bleiben hier“. Ab 1992 war er Regisseur und Autor für Produktionsfirmen in Potsdam-Babelsberg, Berlin, Köln, Paris, München und Leipzig u.a. für den WDR, RTL, ARTE und MDR, SFB, ORB: u.a. „Helden a.D.“, „Märkisches Burgenland“, „Ravensbrück“.

Seit 1998 ist Dirk Otto für DREFA und OTTONIA auch Producer von TV- Filmen wie „Hitlers schwarzer Orden“ (ARD) und Mitautor, Producer und Regisseur von Filmen der Geschichte Mitteldeutschlands, u. a. „Theophanu“, 2004, „Kaiser Heinrich IV.“, 2007 und „Albrecht der Entartete“, 2008.

 

Rüdiger Pelikan inszeniert die Trauung Barbarossas (Bild: Karsten Trepte)
Rüdiger Pelikan inszeniert die Trauung Barbarossas

Der Kameramann: Rüdiger Pelikan

Er studierte an der HFF in Potsdam – Babelsberg. Gleich nach seinem Abschluss 1987 erhielt er die Chance, mit dem Film "Die Weihnachtsgans Auguste" als Kameramann zu debütieren. Bis zur Auflösung der DEFA-Studios für Spielfilme 1990 folgten weitere Arbeiten als Kameramann und Standfotograf. Er arbeitete mit Regisseuren wie Klaus Gendries, Hermann Zschoche und Egon Günther. 1991 folgte er einem Ruf an die HFF in den Lehrbetrieb, als Assistent im Studiengang Kamera und arbeitete bis 1998 parallel auch als Dozent an anderen Hochschulen, so an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle. Seit 1998 arbeitet er als freier Kameramann.

Für die „Geschichte Mitteldeutschlands“ drehte er u.a. „Der Graf von Gleichen“, 2006 und „Albrecht der Entartete“, 2008.

 

Der Autor: André Meier

André Meier wurde 1960 in Berlin geboren. Er studierte Kunstgeschichte und arbeitet seit 1992 als freier Autor für Presse, Rundfunk, Fernsehen und Theater. Er ist als Redakteur der Tageszeitung (taz) in Berlin und als Korrespondent für die Kunstzeitschrift „Art“ in Hamburg tätig. 1999 publizierte er den Roman „Fixies“ (Aufbau-Verlag). 2008 „Die kleine Aussteigerfibel“ (Seitenstraßenverlag). 2009 folgte das Buch „Die Geburt des radikalen Islamismus aus dem Hüftspeck des deutschen Schlagers“ gemeinsam mit Jürgen Kuttner (Rowohlt-Verlag). André Meier ist Autor und Regisseur zahlreicher TV-Produktionen.

So verfasste er u. a. die Drehbücher zu „Auch deutsche Kunst“, ARD, 1992, „Abgehangen und vergessen, Kunst der DDR“, WDR, ORB, 1996, „Soundtrack Ost – Musik und Macht in der DDR“, ARTE, 2004, „Liebte der Osten anders?“, ARD, ARTE, 2006 oder „Das Mädchen und die Panzer“, ARTE, 2009. Für die „Geschichte Mitteldeutschlands“ ist er seit 2001 regelmäßig als Autor und Regisseur tätig. 

Der Fachberater: Dr. Michael Lindner

Dr. Michael Lindner ist an der Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaften Mitarbeiter für die Monumenta Germaniae Historica. Im Teil Leges ist er Editor für die Constitutiones Karl IV 1357-1378. Seine Dissertation (1990) hat er an der Berliner Humboldt Universität über die Hoftage Kaiser Friedrich Barbarossas verfasst. Dr. Michael Lindner ist Organisator und Teilnehmer von diversen geschichtlichen Konferenzen.

Die DarstellerInnen

Sascha Gluth – Friedrich Barbarossa
Thomas Linke – Heinrich der Löwe
Milena Jung – Beatrix, jung
Svea Meiken Petersen – Beatrix, alt
Peter Schulze-Sandow – Wichmann von Seeburg
Isabelle Gerwig – Adela von Vohburg 

Das Projekt-Team

Buch: André Meier
Regie: Dirk Otto
Kamera: Rüdiger Pelikan
Kamera-Assistenz: Alexander Kessler
Licht: Mario Erdenberger
Kostüm: Jan Hoffmann
Kostüm-Assistenz: Johanna Wienhold
Maske: Ragna Jornitz
Maske 2: Marion Greiter
Maske-Assistenz: Nadja Fröhlich
Ausstattung/ Requisite: Friederike Meintke/Hartmut Behder
Schnitt: Marc Thomas
Musik: Olaf Parusel
Fachberater: Dr. Michael Lindner

Recherche/AL-Assistenz: Melanie Zellmer    
Aufnahmeleitung-Assistenz: Verena Schwarz
Redaktions-Assistenz: Karsten Schünemann
Aufnahmeleitung: Hendrik Daniel
Produktion: Sascha Beier
Producer: Gabriela Reichelt

Redaktion/ Projektleitung: Winifred König
Leitung: Claudia Schreiner