Katharina die Große - Die Zarin aus Zerbst

Am 9. Juli 1762 wird die einstige Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst zur neuen Kaiserin von Russland ausgerufen. Als Katharina die Grosse führt sie das Riesenreich in ein modernes Zeitalter und an die Spitze der europäischen Großmächte. Doch nicht ihre Erfolge, sondern Liebesgeschichten und Skandale machen die Zarin zu einer der berühmtesten Personen der Weltgeschichte.

Mit 14 Jahren wird die Prinzessin aus einem der ärmsten Fürstentümer Deutschlands an den Petersburger Hof gerufen, um zwei Jahre später mit dem russischen Thronfolger Peter Fjodorowitsch verheiratet zu werden. Zielstrebig und ehrgeizig nutzt sie diese Chance, behauptet sich gegen höfische Intrigen und triumphiert in unzähligen Machtspielen über ihre Gegner.

Majestät nimmt hoch zu Ross die Honeurs der Kavaliere entgegen.

Eine gediegene Fecht-Ausbildung schützt vor schlecht heilenden Verletzungen.

Majestät ist nicht für den Damensattel zu begeistern.

Die nächste Einstellung wird vorbereitet.

Kameramann Kai-Uwe Schulenburg bei der Arbeit.

Nichts geht im alten Russland ohne den Segen der orthodoxen Kirche.

Majestät ganz entspannt.
(Alle Bilder: Steffen Lehmann)

Katharina werden schon immer Affairen und Skandale mit den verschiedensten Männern nachgesagt.
Katharina werden schon immer Affairen und Skandale mit den verschiedensten Männern nachgesagt.
Katharina die Große war eine geschickte und intelligente Frau. Sie reformierte das Zarenreich wie kein anderer.
Katharina die Große war eine geschickte und intelligente Frau. Sie reformierte das Zarenreich wie kein anderer.

Doch ihr Eheleben wird eine Katastrophe. Die Sehnsucht der jungen Frau nach Glück und Liebe bleibt unerfüllt. Katharina beginnt, sich mit Liebhabern zu trösten. Dank ihrer Ausstrahlung liegen ihr die Männer zu Füßen. Mit deren Hilfe putscht sie sich an die Macht, ihr zum Gefallen werden sie schließlich gar zum Mörder ihres ungeliebten Mannes.

Sie ist 33 Jahre alt als sie die Alleinherrschaft übernimmt. Während einer 34-jährigen Regierungszeit erweitert sie den Machtbereich des russischen Reiches wie kein anderer Herrscher vor ihr. Katharina II. fördert Kunst und Wissenschaft, reformiert Staat und Gesellschaft, sorgt für ein modernes Bildungssystem und die weiträumige wirtschaftliche Erschließung des Landes. Zu den Werkzeugen ihrer Politik gehören Männer.

Aus 21 Liebhabern, die ihre Biographen auflisten, werden in Legenden Hunderte. Katharina wird zur männermordenden, machtbesessenen „femme fatal“ stilisiert, unersättlich in ihrer sexuellen Lust und Gier. Mit zunehmendem Alter werden ihre Liebhaber immer jünger, die Affären skandalöser.

Was ist wahr an diesen Geschichten, die schon zu Lebzeiten der Monarchin ganz Europa entrüsteten? Welche Rolle spielten Liebe und Sex tatsächlich für den Aufstieg der unbedeutenden deutschen Prinzessin zur „Russischsten aller Zarinnen“?

 

Sendung:
29.10.2006, 20.15 Uhr, MDR

Drehorte:
Zerbst, Dornburg, Berlin, St. Petersburg, Moskau

Die historischen Persönlichkeit Katharina die Große (1729-1796)

Majestät ist nicht für den Damensattel zu begeistern. (Bild: Steffen Lehmann)
Majestät ist nicht für den Damensattel zu begeistern.

Katharina II. wurde 1729 als deutsche Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg in Stettin geboren – ein unscheinbares Mädchen, das mit Hilfe ihrer Mutter Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, in den darauf folgenden Jahren eine Frau von Welt wird. 1745 wird sie mit dem Zaren Peter III. verheiratet. Die Ehe ist alles andere als harmonisch. Die beiden sind zu verschieden. Sie verschreibt sich der Literatur und Wissenschaft, ihr Mann dem Heer und Preußen.

Mit Hilfe von Geliebten schafft sich Katharina jedoch den ungeliebten Gatten vom Hals, zieht die Macht in Russland an sich und kann sie halten. Die ehemalige deutsche Prinzessin wird Zarin. Nicht nur ihre strenge Regierungsweise, sondern auch ihre Bildung und Aufgeklärtheit, verhelfen Russland zum Aufstieg zur europäischen Großmacht. 1796 stirbt Katharina II. und hinterlässt Sohn Paul als Erben.

Regisseur Dirk Otto koordiniert den Dreh. (Bild: MDR/Kirchner)
Regisseur Dirk Otto koordiniert den Dreh.

Der Regisseur: Dirk Otto

Während seines Regie-Studiums an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg und als Regisseur im DEFA-Studio Babelsberg drehte Dirk Otto bis 1991 Kino- und TV-Filme verschiedenster Genres, z.B. „Als wir leben wollten“, „Clochards“, „Der letzte Morgen“ oder „Wir bleiben hier“. Ab 1992 war er Regisseur und Autor für Produktionsfirmen in Potsdam-Babelsberg, Berlin, Köln, Paris, München und Leipzig u.a. für den WDR, RTL, ARTE und MDR, SFB, ORB: u.a. „Helden a.D.“, „Märkisches Burgenland“, „Ravensbrück“.

Seit 1998 ist er für DREFA und OTTONIA auch Producer von TV- Filmen wie „Hitlers schwarzer Orden“ (ARD) und Mitautor, Producer oder Regisseur von zahlreichen Filmen der Geschichte Mitteldeutschlands, u.a. „Gräfin Cosel – Aufstieg und Fall einer Mätresse“, 2005.

Kameramann Kai-Uwe Schulenburg ist in Position (Bild: Steffen Lehmann)
Kameramann Kai-Uwe Schulenburg ist in Position

Der Kameramann: Kai-Uwe Schulenburg

Kai-Uwe Schulenburg arbeitete nach dem Abitur 1980 im Bereich Dramaturgie am Theater der Stadt Schwedt. Nach einem Volontariat im Filmstudio der NVA und beim Fernsehen der DDR besuchte er 1992 die Schauspielschule in Berlin.

1986 war er erster Regieassistent bei Rainer Simon für den Kinospielfilm „Wengler & Söhne“. 1989-96 folgte ein Studium an der Film- und Fernsehakademie Berlin.

1994 veröffentlichte er das Buch „Stein und Name - Die jüdischen Friedhöfe auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und Berlin". Seit 1991 arbeitet Kai-Uwe Schulenburg als freier Kameramann im Bereich Kultur und Dokumentation.


Die Autorin: Leonore Brandt

Leonore Brandt ist Autorin und Filmemacherin. In den 80er Jahren produzierte sie beim DFF unter anderem Porträtfilme über Regisseure und Schauspieler wie Sergej Bondartschuk, Jean Gabin und Marlene Dietrich. Später war sie verantwortliche Literaturredakteurin der Kulturzeitung „Sonntag". Seit 1992 arbeitet sie als freie Autorin.

Ihre Arbeiten (Auswahl): Neben zahlreichen Kurzfeatures, Porträts und ARD-Buchmesse-Reportagen: „Geschlossene Gesellschaft & Ende der Illusionen – DDR-Literatur, 1961 bis 1992" ( MDR 1997/98, 2 Folgen); „Erwin Strittmatter" (arte 1998); „Grausames, zärtliches Petersburg" (MDR 1998); „Belarus – Nachrichten aus einem zerfallenen Reich" ( MDR 2000); für die Geschichte Mitteldeutschlands unter anderem: „Friedrich der Gebissene – Der letzte Staufer“ (2003), „Theophanu – Die mächtigste Frau des Abendlandes“ (2004), „Gräfin Cosel – Aufstieg und Fall einer Mätresse“ (2005),  „Katharina die Große – Die Zarin aus Zerbst“ (2006) und „Die vertauschte Prinzessin – Die Dunkelgräfin von Hildburghausen“ (2007).

Die DarstellerInnen

Beate Weidenhammer - Katharina die Große
Tim Ahlers - Peter III.
Boris Bianchi-Pastori - Stanislaw Poniatowski
Christian Ahlers - Grigori Orlow
Clemens Deindl - Grigori Potemkin
Thomas Zug - Sergej Saltykow

Das Projekt-Team

Autoren: Leonore Brandt/Dirk Otto
Regisseur: Dirk Otto
Kamera: Kai-Uwe Schulenburg
Kameraassistent: Mathias Schulze
Licht: Mario Erdenberger
Kostüm: Christian Binz
Maske: Nadine Ostafinski
Ausstattung: Friederike Meintke
Requisite: Hartmut Behder
Musik: Olaf Parusel

Aufnahmeleitung: Sandra Neundorf
Produktionsleitung: Volker Holeček
Producer: Gabriela Reichelt

Redaktion: Winifred König
Leitung: Claudia Schreiner