Kunz von Kaufungen - Der Prinzenräuber von Altenburg

In der Nacht zum 8.Juli 1455 geschieht eines der legendärsten Verbrechen in der Geschichte Mitteldeutschlands.

Der Ritter Kunz von Kaufungen entführt aus dem Schloss zu Altenburg die sächsischen Prinzen Ernst und Albrecht. 14 und 12 Jahre alt sind die Opfer, die einzigen Erben des Hauses Wettin, Söhne des Kurfürsten Friedrich II.

Der Tatort ist Kunz wohl bekannt, denn hier begann er 1443 seine Beamtenkarriere als kurfürstlicher Burgvogt, sorgte für den Schutz der kurfürstlichen Familie und der Residenzstadt. Wegen seiner Rittertugenden genoss er hohes Ansehen.

Kunz von Kaufungen versuchte mit Gewalt sein Recht zu bekommen.

Eine sehr schöne Kulisse für die Spielszenen bot Burg Kriebstein.

Das Kamerateam bei der Arbeit.

Dieses Museumsstück hatte das Glück, nochmal als Requisite herhalten zu dürfen.

André Meier agierte sowohl als Autor als auch als Regisseur.

Dieser Stuhl wird mit Farbe gealtert.

Kunz von Kaufungen (Falk Willy Wild) im Kampf mit einem Kontrahenten.

Ein Burgfräulein motiviert zum Alkoholkonsum.

Einer der Verfolger Kaufungens, die vom Kurfürsten von Sachsen geschickt wurden.

Für einen erfahrenen Kämpfer wie Kunz sollte der Kampf nicht allzu schwer werden.

Kunz versuchte mit Gewalt sein Recht zu bekommen.
Kunz versuchte mit Gewalt sein Recht zu bekommen.
Kunz von Kaufungen (Falk Willy Wild) im Kampf mit einem Kontrahenten.
Kunz von Kaufungen (Falk Willy Wild) im Kampf mit einem Kontrahenten.

Ein paar Jahre später war Kunz von Kaufungen im Auftrag des Kurfürsten tapfer in den Krieg gezogen, verwundet worden und in Gefangenschaft geraten. Doch statt des ihm zustehenden und erhofften Lohnes erntete der Edelmann nur Verachtung von dem mächtigen Fürsten. Alle Bitt – und Klageschriften auf Entschädigung blieben unbeantwortet.

Um sein Recht zu ertrotzen, greift Kunz nach einem über Jahrhunderte bewährten Mittel – der Fehde. Er will mit Gewalt sein Recht erzwingen und die Söhne des Kurfürsten so lange in Geiselhaft nehmen, bis die Schadenersatzforderungen erfüllt werden.

Kunz aber verletzt die Regeln des Fehderechts und der Preis, den er zahlt für seine Tat, ist hoch…

Wie wurde Kunz von Kaufungen zum „Kidnapper des Mittelalters“ ? Warum geriet er mit der bestehenden Ordnung in Konflikt ? Geschichtliche Hintergründe vermittelt diese Dokumentation. Die Burg Kriebstein ist die Kulisse für den „Prinzenraub“, alle Dokumentarteile werden an noch vorhandenen authentischen Schauplätzen gedreht.

 

 

Sendung:
23.10.2005, 20:15 Uhr, MDR

Drehorte:
Altenburg, Burg Stein, Freiberg, Gera, Naumburg, Eisenberg, Burg Kriebstein, Schloß Rochlitz

Die historische Persönlichkeit KUNZ VON KAUFUNGEN (1407-1455)

Die Burg Kriebstein bot eine sehr schöne Kulisse für die Spielszenen.(Bild: MDR)
Die Burg Kriebstein bot eine sehr schöne Kulisse für die Spielszenen.

Sohn von Glaz von Kaufungen und Margaretha von Schönberg aus Niederreinsberg, Schwester der Meißner Domdechanten Casper und Dittrich von Schönberg.

Das Geburtsdatum ist unbekannt. Junker Kunz gehörte zur Leisniger Ritterschaft und wird 1443 Vogt auf dem Altenburger Schloß.

Im gleichen Jahr heiratet er die junge Witwe Elisabeth von Meckau, die aus dem angesehenen Geschlecht derer von Einsiedel kommt.

Der Verbindung entstammen 2 Kinder, Katharina und Hildebrand. 1450 kämpft er auf der Seite von Friedrich II im sog. „Bruderkrieg“. Am 14.7.1455 wird er auf dem Freiberger Obermarkt enthauptet.

Regisseur André Meier erläutert seine Ideen.(Bild: MDR)
Regisseur André Meier erläutert seine Ideen.

Der Autor und Regisseur: André Meier

André Meier wurde 1960 in Berlin geboren. Er studierte Kunstgeschichte und arbeitet seit 1992 als freier Autor für Presse, Rundfunk, Fernsehen und Theater. Er ist als Redakteur der Tageszeitung (taz) in Berlin und als Korrespondent für die Kunstzeitschrift „Art“ in Hamburg tätig.

So verfasste er u. a. die Drehbücher zu „Auch deutsche Kunst“, ARD, 1992, „Abgehangen und vergessen, Kunst der DDR“, WDR, ORB, 1996, „Soundtrack Ost – Musik und Macht in der DDR“, ARTE, 2004, „Liebte der Osten anders?“, ARD, ARTE, 2006 oder „Das Mädchen und die Panzer“, ARTE, 2009. Für die „Geschichte Mitteldeutschlands“ ist er seit 2001 regelmäßig als Autor und Regisseur tätig. 

André Böhm (li.) bediente die Kamera.(Bild: MDR)
André Böhm (li.) bediente die Kamera.

Der Kameramann: André Böhm

André Böhm, Jahrgang 1962, absolvierte das Studium zum Kameramann an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf“ in Potsdam - Babelsberg. Nach erfolgreichem Abschluß arbeitete er beim DDR - Fernsehen. Seit 1992 ist er freiberuflich tätig und dreht vor allem Reportagen und Dokumentationen ( u.a. „Bilderbuch Deutschland“, „Legenden“ ) sowie für Kulturmagazine, wie den "Kulturreport", "aspekte", "Kulturweltspiegel", "artour". In diesem Jahr realisierte er u.a. die ARD Dokumentationen „Mensch Einstein“ und die „Legende – Audrey Hepburn“, für 3 sat die „Theaterlandschaften“ mit Esther Schweins.

Nach den Dokumentationen über Friedrich August III (2003) und Otto von Bismarck (2004) ist dies sein dritter Film in der Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“.

Der Fachberater: Dr. Andrè Thieme

Dr. Andrè Thieme ist seit 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde. Forschungsschwerpunkte sind die „Sächsische Geschichte des Mittelalters“ und die „Siedlung und Herrschaftsbildung in der hohen Kolonisation. Im Jahr 2000 promovierte er zum Thema „Die Altenburger Burggrafschaft. Studien zu Amt und Herrschaft zwischen hohem und spätem Mittelalter. Er ist Herausgeber zahlreicher Publikationen und Aufsätze.

Die DarstellerInnen

Falk Willy Wild - Kunz von Kaufungen
Andreas Leupold - Kurfürst Friedrich II
Markus Schinkel - Herzog Wilhelm III
Hilmar Eichhorn - Bischof Caspar von Schönberg
Thomas Tucht - Küchenjunge Hans Schwalbe
Lukas Markert - Prinz Albrecht
Alban Mondschein - Prinz Ernst

Das Projekt-Team

Redaktion: Winifred König
Autor/Regisseur: André Meier
Producerin: Gabriela Reichelt
Kamera: André Böhm
Produktionsleitung: Volker Holecek
Aufnahmeleitung: Tilo Gläßer

Kostüm: Heidrun Schwantge
Maske: Nadine Ostafinski, Nadine Tschöpe
Ausstattung: Ulrike Schwarzburger
Requisite: Frank Müller
Musik: Olaf Parusel, Kai Saffran