Konrad von Wettin - Der Stammvater der sächsischen Könige

Heute gilt Konrad von Wettin als Stammvater des Sächsischen Königshauses und führt den Fürstenzug am Dresdner Schloss an. Vor 900 Jahren sah es ganz und gar nicht nach so viel Ruhm für Konrad aus:

1098 als zweiter Sohn eines mäßig begüterten Grafen in Wettin an der Saale geboren, hatte er kaum Aussichten auf eine große Karriere. Doch voller Tatkraft und vom Ehrgeiz getrieben, schaltet der Edelmann alle Konkurrenten aus und erobert nur zwei Dekaden später die Burg Meißen und die zugehörige Markgrafschaft. Sein Aufstieg ist von Geheimnissen umwoben. Die Chronisten widersprechen sich. Man munkelt von Mord!

Bei den Zwangstaufen der Slawen ging es nicht zimperlich zu.

Wenn das nicht half, wurde auch mal das Schwert gezückt.

Kai-Uwe Schulenburg (vorn) beim Dreh der Szene.

Frontansicht der Burg Wettin, Stammsitz der Wettiner Herrscher.

Ludgard (Mila Bruk) trifft zufällig auf eine Zwangstaufe.

Sie kann jedoch als Frau nichts dagegen ausrichten. (alle Bilder: MDR)

Bei den Zwangstaufen der Slawen ging es nicht zimperlich zu. (Bild: MDR)
Bei den Zwangstaufen der Slawen ging es nicht zimperlich zu.
Ludgard (Mila Bruk) schaut dem Treiben im Slawendorf missbilligend zu (Bild: MDR)
Ludgard (Mila Bruk) schaut dem Treiben im Slawendorf missbilligend zu

Als Markgraf von Meißen zählt Konrad zur Elite des Römisch-Deutschen Reichs – eine Position, die der geschickte Diplomat zu nutzen weiß. Mit den wechselnden Herrschern stellt er sich stets gut, wird dafür reich beschenkt und kann seine Güter mehren.

Sein Seelenheil im Blick, gründet Konrad die Stiftskirche auf dem Petersberg bei Halle und schafft damit eine Grab- und Kultstätte für sich und seine Familie. Zugleich organisiert er von dort den Fortgang der christlichen Mission im Land östlich von Elbe und Saale, wo damals vorwiegend Slawen leben. Klappt das nicht friedlich, so greift er zum Schwert, um die Heiden zu bekehren – wie im Slawenkreuzzug von 1147.

Am Ende seines Lebens ist Konrad von Wettin der mächtigste Fürst im Osten des Reiches. Seine Töchter hat er mit politischem Gewinn verheiratet, seine Söhne sichern den Bestand des Hauses. Unbehelligt kann Konrad sein Erbe weitergeben, als er 1156 im Dom zu Meißen Schild und Schwert, die Zeichen der Macht, niederlegt und selbst in das von ihm gegründete Stift auf dem Petersberg eintritt, wo er am 5. Februar 1157 stirbt.

Mit ins Grab nimmt Konrad das dunkle Geheimnis um die Anfänge der ruhmreichen Geschichte des Hauses Wettin. Es ist Zeit, dasselbe zu lüften!

 

Sendung:
16.10.05, MDR, 20:15 Uhr

Drehorte:
Burg Wettin, Stiftskirche Petersberg, Albrechtsburg Meißen, Pegau, Naumburg, Gerbstedt, Welfesholz, Halle, Burg Querfurt, Doppelkapelle Landsberg, Museumsdorf Düppel (Berlin)

 

Die historische Persönlichkeit Konrad von Wettin (1098-1157)

Frontansicht der Burg Wettin, Stammsitz der Wettiner Herrscher.


Konrad von Wettin war der Sohn des Grafen Thiemo von Wettin und seiner Frau Ida von Northeim.

Nach dem Tod seines Verwanten, dem Markgraf Heinrich von Meißen, Erkämpfte er sich die Mark Meissen. 1136 wurde er Markgraf der Lausitz und 1143 Graf von Rochlitz und Groitzsch.

1156 legte er Schild und Schwert nieder und wurde Laienbruder im Stift der Augustiner-Chorherren. Seine Besitztümer Vererbt er seinen Söhnen. Am 5. Februar 1157 stirbt Konrad im

 

 

Regisseur Dirk Otto koordiniert den Dreh. (Bild: MDR)
Regisseur Dirk Otto koordiniert den Dreh.

Der Regisseur: Dirk Otto

Während seines Regie-Studiums an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg und als Regisseur im DEFA-Studio Babelsberg drehte Dirk Otto bis 1991 Kino- und TV-Filme verschiedenster Genres, z.B. „Als wir leben wollten“, „Clochards“, „Der letzte Morgen“ oder „Wir bleiben hier“. Ab 1992 war er Regisseur und Autor für Produktionsfirmen in Potsdam-Babelsberg, Berlin, Köln, Paris, München und Leipzig u.a. für den WDR, RTL, ARTE und MDR, SFB, ORB: u.a. „Helden a.D.“, „Märkisches Burgenland“, „Ravensbrück“.

Seit 1998 ist er für DREFA und OTTONIA auch Producer von TV- Filmen wie „Hitlers schwarzer Orden“ (ARD) und Mitautor, Producer oder Regisseur von zahlreichen Filmen der „Geschichte Mitteldeutschlands“ – so zuletzt von „Eines Freundes Freund zu sein - Das Leben des Friedrich Schiller“ (2004/ 2005).

 

Kai-Uwe Schulenburg (vorn) beim Dreh einer Szene. (Bild: MDR)
Kai-Uwe Schulenburg (vorn) beim Dreh einer Szene.

Der Kameramann: Kai-Uwe Schulenburg

Kai-Uwe Schulenburg wurde 1962 in Eberswalde geboren. Nach dem Abitur arbeitete er 1980 im Bereich Dramaturgie am Theater der Stadt Schwedt. Nach einem Volontariat im Filmstudio der NVA und beim Fernsehen der DDR besuchte er 1992 die Schauspielschule in Berlin.

1986 war er erster Regieassistent bei Rainer Simon für den Kinospielfilm "Wengler & Söhne". 1989-96 folgte ein Studium an der Film- und Fernsehakademie Berlin. 1994 veröffentlichte er das Buch "Stein und Name - Die jüdischen Friedhöfe auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und Berlin".

Seit 1991 arbeitet Kai-Uwe Schulenburg als freier Kameramann im Bereich Kultur und Dokumentation.

Der Autor: Steffen Jindra

1969 in Görlitz geboren, studierte Steffen Jindra in Berlin und Leipzig Geschichte. Nach Abschluss des Studiums kam der ausgebildete Historiker 1997 zum GMD-Team – zunächst als Redaktionsassistent und seit 2000 als Producer. Mittlerweile produziert er eigenständig und arbeitet außerdem als Filmautor („Die Schwarzburger“, 2002; „Radegunde“, 2003).

Der Fachberater: Dr. Jörg Rogge

Dr. Jörg Rogge wurde 1962 geboren. Er studierte Geschichts-, Sozial- und Erziehungswissenschaften an der Universität Bielefeld, was er 1988 mit dem Staatsexamen abschloss. 1993 promoviert er, die Habilitation folgte 2000/01.

Zwischen 1989 und 2000 arbeitete er zusätzlich als wissenschaftlicher Assistent an verschieden Universitäten Deutschlands. Seit Januar 2001 ist er Hochschuldozent für Geschichte des Mittelalters an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Dr. Jörg Rogge ist Mitherausgeber der Reihe 'Quellen und Materialien zur Geschichte der Wettiner'; und auch Mitglied im Arbeitskreis Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit.

Die DarstellerInnen

Bernd Bozian - junger Konrad
Oliver Stein - älterer Konrad
Gösta Bornschein - Lothar von Supplinburg
Vincent Kastner - Albrecht der Bär

Das Projekt-Team

Redaktion: Winifred König
Autor/ Producer: Steffen Jindra
Regisseur: Dirk Otto
Kamera: Kai-Uwe Schulenburg
Aufnahmeleitung: Katrin Löffelmann

Kostüm: Anne Sevenich
Maske: Nadine Ostafinski, Susan Reichenbächer
Ausstattung: Annette Braun
Requisite: Vinzent Wobeser
Musik: Olaf Parusel
Grafik: Matthias Wäsch