Martin Luther – Ein Leben zwischen Gott und Teufel

Die Welt am Ende des Mittelalters: Obwohl ihm der Scheiterhaufen droht, fordert ein deutscher Mönch aus Wittenberg an der Elbe den Papst, die Inquisition und das ganze Kaiserreich heraus:

Martin Luther. Der Gott, den er als Kind und Student kennen lernt, ist der strafende Gott, der nur im Gegenzug für gute Werke das ewige Leben schenkt. Doch 1513 entdeckt Martin Luther eine alte Wahrheit neu:

Allein wer aufrichtig glaubt, wer sich Jesus Christus zuwendet und sich mit seiner Schuld ihm immer wieder anvertraut, der wird nach dem irdischen Tode gerettet.

Er wird die Welt verändern. Der junge Augustinermönch Martin Luther.

Luther versuchte besonders fromm zu sein, bis er auf die wahre biblische Botschaft stieß.

Der Ablasshandel der katholischen Kirche löst Luthers Proteste aus.

Luther (Matthias Hummitzsch) heiratet die geflohene Nonne Katharina von Bora.

Dieser Brautkuss war wohl einer der provokantesten der Kirchengeschichte.

Luther wurde nicht immer freundlich empfangen.

Familie Luther bei Tisch.

Luther studiert die Bibel.

Martin Luther (Matthias Hummitzsch) übersetzt als Junker Jörg die Bibel.

Regisseur Lew Hohmann im Gespräch mit Aufnahmeleiter Jürgen Brendel.

Kameramann Andreas Bergmann (re.) und sein Assistent Silvio Reichenbach beim Dreh.

Luther wird zu Grabe getragen. (alle Bilder: Gerhard Hopf, Karsten Trepte)

Martin Luther wird die Bibel ganz anders lesen und interpretieren.
Martin Luther wird die Bibel ganz anders lesen und interpretieren.
Dieses Ereignis hat die ganze Welt in Atem gehalten: Ein rebellischer Mönch heiratet eine geflohene Nonne.
Dieses Ereignis hat die ganze Welt in Atem gehalten: Ein rebellischer Mönch heiratet eine geflohene Nonne.

Mit dieser Sicht kommt Martin Luther rasch den Kirchenfürsten in die Quere. Denn sie verkaufen die angebliche Sündenvergebung für klingende Münze. In den berühmten 95 Thesen klagt er diese Praktik an.

Der – bis heute nicht aufgehobene – Bannfluch 1521 ist die Strafe. Mit der Bibelübersetzung ins Deutsche macht Martin Luther Gottes Wort allen Menschen zugänglich.

Seine Schriften bringen Aufruhr und Krieg, Tod und Elend, aber auch neue Hoffnung und Selbstbestimmung. Der Tabubrecher und Wahrheitsfanatiker nimmt die Bibel ernst und fordert die „Freiheit eines Christenmenschen“.

Er heiratet die ehemalige Nonne Katharina von Bora und genießt die Fülle des Lebens, wie sie Gott verheißt. Martin Luther wird zum Geburtshelfer einer neuen Epoche.

 

 




Sendung:
16.11.2009, 20.15 Uhr, MDR

Drehorte:
Wittenberg, Kriebstein, Nimbschen (Grimma), Worms, Erfurt, Eisenach, Eisleben, Rochlitz, Rom

Regisseur Lew Hohmann im Gespräch mit Aufnahmeleiter Jürgen Brendel.(Bild: MDR)
Regisseur Lew Hohmann im Gespräch mit Aufnahmeleiter Jürgen Brendel.

Der Autor und Regisseur: Lew Hohmann

Der Filmemacher wurde 1944 in Schmiedeberg im Riesengebirge im heutigen Polen geboren. Nach der Schule studierte er Regie an der Filmhochschule Babelsberg. Danach arbeitete Hohmann fast 20 Jahre als Autor und Regisseur beim DEFA-Dokumentarfilm. Heute ist er freier Filmemacher, Professor an der Hochschule Anhalt, Sachbuch- und Webautor.

Lew Hohmann hat insgesamt etwa 50 Filme gedreht. So zum Beispiel über Martin Luther, 1983 und 2003 für „Geschichte Mitteldeutschlands“, ebenfalls 1983 einen Film über den „Thomanerchor“. Zwischen 1985 und 1998 entstand die „Wolf-Trilogie“, 1998 „Die Brandenburger", 1999/2000 „Die Preußen-Chronik" und 2002 „Deutschland und Polen". Für seine hervor- ragende Arbeit wurde er mehrmals für den Grimme-Preis nominiert.

 

Kameramann Andreas Bergmann (re.) und sein Assistent Silvio Reichenbach beim Dreh. (Bild: MDR)
Kameramann Andreas Bergmann (re.) und sein Assistent Silvio Reichenbach beim Dreh.

Der Kameramann: Andreas Bergmann

Andreas Bergmann , 1953 in Potsdam geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Obstgärtner, bevor er 1971 eine Ausbildung als Regieassistent beim DFF begann.

Dem Abitur Ende der 70er Jahre folgte ein Studium an der renommierten Filmhochschule Babelsberg. Nach dem erfolgreichen Hochschulabschluss arbeitete Bergmann meist freiberuflich für verschiedene Sender und Filmstudios wie das DEFA-Dokumentar-Studio oder den ORB.

Im vergangenen Jahr nahm er eine Gastprofessur für „Künstlerische Kamera“ an der Filmhochschule Konrad Wolf an. Insgesamt wirkte Andreas Bergmann an mehr als 150 Filmen mit.

 

Die DarstellerInnen

Jan Henning Kraus - Luther, der jüngere
Matthias Hummitzsch - Luther, der ältere
Henriette Ehrlich - Katharina von Bora

Das Projekt-Team

Buch und Regie: Lew Hohmann
Kamera: Andreas Bergmann
Kamera Assistent: Silvio Reichenbach
Schnitt: Daniel König

Musik: Michael Hartmann
Licht: Mario Erdenberger, Dirk Zebunke
Kostüm: Donka Holeček
Maske: Donka Holeček, Hannelore Dreßler
Ausstattung: Friederike Meintke
Garderobe: Mira Holeček

Mischung: Hans Kölling
Sprecher: Gunter Schoß
Recherche: Daniela Feistauer, Georg Bütow
Redaktionsassistenz: Claudia Anton
Aufnahmeleitung: Jürgen Brendel, Sascha Beier

Produktionsleitung: Volker Holeček
Fachberater: Dr. Martin Treu
Producer: Dirk Otto
Redaktion: Winifred König
Leitung: Claudia Schreiner