7 Jahre hatte der junge Schiller in der „Militärischen Pflanzschule“ auf der Solitude bei Stuttgart bereits unter drakonischer Strenge, militärischer Disziplin, Demütigung und Entwürdigung gelitten, zunächst Jura, später Medizin studiert. Um sich dem Zugriff des Herzogs zu entziehen, bleibt ihm nur noch die Flucht. Geldnot und unglückliche Leidenschaften treiben ihn rastlos durch halb Deutschland, bis er durch die Fürsprache Goethes eine außerordentliche Professur in Jena erlangt. Sein Leben ist von Anfang an ein Kampf um bürgerliche Existenz, Würde und Anerkennung.
1790 heiratet er Charlotte von Lengefeld, die Ehe wird glücklich, 4 Kinder werden geboren. Als er 9 Jahre später mit seiner Familie nach Weimar übersiedelt, wo sich das freundschaftliche Verhältnis zu dem 10 Jahre älteren Goethe bereits gefestigt hatte, folgen die produktivsten Jahre Schillers, begründen die Beiden das, was als „Weimarer Klassik“ eine Institution ist. 1802 erhält der mittlerweile von der ganzen Nation gefeierte Schiller den erblichen Adelstitel. „Wenn nur Leben und Gesundheit bis zum 50. Jahr aushält“, schreibt er an Goethe. Doch am 9. Mai 1805, mit 45 Jahren, mitten in der Arbeit am „Demetrius“, stirbt er. Noch mehr als 30 Titel, unzählige Notizzettel mit Ideen, Skizzen und Szenarien liegen in der Schreibtischschublade. „Ich wollte nur Pfarrer werden – und bleibe hangen am Theater !“ So hatte er das Scheitern seiner bürgerlichen Karriere beschrieben.
Sendung:
29.April 2005, arte - Themenabend,
8.Mai 2005, ARD „Die große Schiller - Nacht“,
9.Mai 2005, MDR „Die Schiller – Nacht“
Drehorte:
Marbach, Lorch, Stuttgart, Bauerbach, Jena, Weimar, Arnstadt, Rudolstadt, Schloss Friedenstein und Ekhoftheater Gotha, Schloss Heidecksburg Rudolstadt