Umso verwunderlicher ist es, dass Johann Georg IV. und sein geheimnis- umwittertes Ende in den Geschichtsbüchern bis heute nur eine Randnotiz geblieben ist.
Gerade mal drei Jahre war Johann Georg Kurfürst, als er starb, nur wenige Wochen nach dem Tod seiner schönen Geliebten Sibylla von Neitschütz, die als Sechzehnjährige die erste offizielle Mätresse am Dresdner Hof geworden war. Die Diagnose für Mätresse und Kurfürst lautete damals: Tod durch Pocken. Doch inoffiziell brodelte die Gerüchteküche.
Dass die fürstlichen Brüder einander spinnefeind waren, war kein Geheimnis. Bald war von Giftmord die Rede. Die Zweifel am natürlichen Tod von Kurfürst Johann Georg IV. konnten nie ausgeräumt werden.
„Geschichte Mitteldeutschlands“ stellt die spannende und provokative Frage: Hatte August seine Finger im Spiel? Ist es denkbar, dass er sich durch Brudermord in den Besitz der sächsischen Krone gebracht hat?
Der Film begibt sich auf kriminalistische Spurensuche in die Archive und gelangt zu überraschenden Einsichten.
Sendung:
2. November 2008, 20:15 Uhr, MDR
Drehorte:
Schloss Weesenstein, Schloss Delitzsch, Bernburg, Lutherstadt-Wittenberg, Pretzsch, Torgau, Freiberg, Pillnitz, Weesenstein, Moritzburg