Theophanu - Die mächtigste Frau des Abendlandes

Im Juni 984 wird im Thüringer Wald Weltgeschichte geschrieben. In der Kaiserpfalz Rohr gelingt es Kaiserin Theophanu, ihren vierjährigen Sohn den Fängen Herzog Heinrichs des Zänkers zu entreißen. Sie erzwingt die Unterwerfung des Rebellen und wird damit zur mächtigsten Frau des Abendlandes.

Um 960 in Konstantinopel geboren, wächst Theophanu im Sumpf von Palastrevolten auf und beobachtet, zu welcher Machtfülle es Frauen bringen konnten. Ohne Skrupel lässt ihre Taufpatin den Kaiser ermorden und putscht ihren Geliebten an die Macht. Der macht seine Nichte Theophanu zum Faustpfand für einen Pakt mit Otto dem Großen, dem aufstrebenden Imperator des Westens.

Theophanu auf dem Schiff, das sie zur Hochzeit nach Süditalien bringen soll.

Wiedersehen von Theophanu und Otto II. nach der Niederlage bei Cotrone

Dies war ein großer Schicksalsschlag für Otto und Theophanu.

Theophanu und Kaiser Otto II. zu Pferd.

Theophanu (Nicola Ruf) war eine der mächtigsten Herrscherinnen des Mittelalters.

972 wird Theophanu in Rom zur Kaiserin gekrönt.

Otto II. und Theophanu waren 11 Jahre verheiratet.

Die Pfalz Tilleda gehörte seit 972 zum Wittum der Theophanu

Merseburg war der Sitz von Bischof Thietmar, dem wichtigsten Chronisten dieser Zeit.

Die Engelsburg in Rom war der Sitz der Päpste im Mittelalter.

Theophanu auf dem Schiff, welches sie nach Süditalien bringen soll. Sie weiß noch nicht, was sie dort erwartet.
Theophanu auf dem Schiff, welches sie nach Süditalien bringen soll. Sie weiß noch nicht, was sie dort erwartet.
Wiedersehen von Theophanu mit ihrem Gemahl Otto II. nach der katastrophalen Niederlage bei Cotrone.
Wiedersehen von Theophanu mit ihrem Gemahl Otto II. nach der katastrophalen Niederlage bei Cotrone.

Sie wird ein wichtiger Baustein seiner politischen Ideen und Visionen. 972 heiratet Theophanu in Rom den gleichnamigen Sohn Ottos und wird zur Kaiserin gesalbt. Kaum stirbt der alte Kaiser ein Jahr später in Memleben, entbrennt der Kampf um die Macht.

An der Seite ihres Mannes kämpft Theophanu mutig gegen die Intrigen ihrer Schwiegermutter Adelheid und deren Verbündeten Herzog Heinrich den Zänker. Chronisten berichten, sie hätte ihren Mann im Griff gehabt.

Nach einer verlorenen Schlacht gegen die Araber, dem plötzlichen Tod ihres Gemahls im Jahre 983 und einem zeitgleich ausbrechenden Aufstand der Slawen, steht das Reich kurz vor der Katastrophe. Theophanus Karriere scheint beendet, als Heinrich der Zänker auch noch ihren Sohn, den rechtmäßigen König entführt und selbst nach der Krone strebt.

Doch die energische Byzantinerin schmiedet eine Koalition gegen die Aufständischen und bezwingt ihren Widersacher. Als Theophanu sieben Jahre später mit gerade 31 Jahren stirbt, hinterlässt sie ihrem Sohn ein starkes Reich in der Mitte Europas.




Sendung:
31.10.2004, 20.15 Uhr, MDR

Drehorte:
Kloster Rohr (bei Meiningen), Essen, Aachen, Köln, Nordhausen, Tilleda, Merseburg, Burg Falkenstein im Harz, Kloster Gernrode

 

Die historische Persönlichkeit Theophanu (960 - 991)

Die Pfalz Tilleda gehörte seit 972 zum Wittum der Theophanu (Bild: Krötz für GMD)
Die Pfalz Tilleda gehörte seit 972 zum Wittum der Theophanu

Theophanu wurde 960 als Tochter eines hochrangigen byzantinischen Aristokraten und Feldherrn geboren. Ihr Onkel war der oströmische Kaisers Tzimiskes.

972 wurde sie mit Kaiser Otto II. verheiratet und gleichzeitig vom Papst zur Mitkaiserin des Heiligen Römischen Reiches ernannt. Dieses Amt führte sie 11 Jahre, bis zu Ottos Tot 983, aus.

Danach war sie weitere 7 Jahre Kaiserin. 991 starb sie nach kurzer Krankheit in Nimwegen.

Sie galt als eine der reichsten und mächtigsten Herrscherinnen des Mittelalters.

Regisseur Dirk Otto am Set. (Bild: MDR)
Regisseur Dirk Otto am Set.

Der Regisseur: Dirk Otto

Während seines Regie- Studiums an der Filmhochschule in Potsdam- Babelsberg und als Regisseur im DEFA- Studio Babelsberg drehte Dirk Otto bis 1991 Kino- und TV-Filme verschiedenster Genres, z.B. „Als wir leben wollten“, „Clochards“, „Der letzte Morgen“ oder „Wir bleiben hier“. Ab 1992 war er Regisseur und Autor für Produktionsfirmen in Potsdam-Babelsberg, Berlin, Köln, Paris, München und Leipzig u.a. für den WDR, RTL, ARTE und MDR, SFB, ORB: u.a. „Helden a.D.“, „Märkisches Burgenland“, „Ravensbrück“.

Seit 1998 ist er für DREFA und OTTONIA auch Producer von TV- Filmen wie „Hitlers schwarzer Orden“ (ARD) und Mitautor oder Regisseur bei Filmen für den MDR: „Fürstenzug und Montagsdemo“ (1999), „Otto der Große - Kampf um die Krone“, „Elisabeth von Thüringen - Rebellin und Heilige“ (2002), „Radegunde – die geraubte Prinzessin“ (2003) und weitere.

Kameramann Kai-Uwe Schulenburg beim Dreh in Israel. (Bild: MDR)
Kameramann Kai-Uwe Schulenburg beim Dreh in Israel.

Der Kameramann: Kai-Uwe Schulenburg

Kai-Uwe Schulenburg arbeitete nach dem Abitur 1980 im Bereich Dramaturgie am Theater der Stadt Schwedt. Nach einem Volontariat im Filmstudio der NVA und beim Fernsehen der DDR besuchte er 1992 die Schauspielschule in Berlin.

1986 war er erster Regieassistent bei Rainer Simon für den Kinospielfilm „Wengler & Söhne“. 1989-96 folgte ein Studium an der Film- und Fernsehakademie Berlin.

1994 veröffentlichte er das Buch „Stein und Name - Die jüdischen Friedhöfe auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und Berlin". Seit 1991 arbeitet Kai-Uwe Schulenburg als freier Kameramann im Bereich Kultur und Dokumentation.



Die Autorin: Leonore Brandt

Leonore Brandt ist Autorin und Filmemacherin. In den 80er Jahren produzierte sie beim DFF unter anderem Porträtfilme über Regisseure und Schauspieler wie Sergej Bondartschuk, Jean Gabin und Marlene Dietrich. Später war sie verantwortliche Literatur¬redakteurin der Kulturzeitung "Sonntag". Seit 1992 arbeitet sie frei; vor allem für MDR, ORB, ARD und arte. Leonore Brandt lebt in Leipzig und Berlin.

Ihre Arbeiten (Auswahl): Neben zahlreichen Kurzfeatures, Porträts und ARD-Buchmesse-Reportagen: "Die Stefan-Heym-Legende", ORB, 1997; "Geschlossene Gesellschaft & Ende der Illusionen – DDR-Literatur, 1961 bis 1992", MDR 1997/98 (2 Folgen); "Bilderbuch Deutschland – Das Beeskower Land", ARD, 1998; "Erwin Strittmatter", arte, 1998; "Grausames, zärtliches Petersburg", MDR, 1998; "Belarus – Nachrichten aus einem zerfallenen Reich", MDR, 1999; "Kann denn Liebe Sünde sein... Lesben und Schwule in Deutschland", MDR 2000; „Maestro Fabio Luisi“ MDR, 2003; außerdem für Geschichte Mittel¬deutschlands: „Eliten, Pauker und Visionen“, 2000, „Heimat adé – Aufbruch in die Fremde“, 2001, „Elisabeth von Thüringen - Rebellin und Heilige“, 2002, „Friedrich der Gebissene – der letzte Staufer“, 2003.

Der Fachberater: Prof. Reiner Groß

Der vor kurzem emeritierte Professor wird 1937 in Zwickau geboren. Von 1954 bis 1960 studiert er in Leipzig, Berlin und Potsdam u.a. Geschichte, Pädagogik und Archivwissenschaften. Bereits vier Jahre nach dem Studienabschluss promoviert Reiner Groß das erste Mal. 1987 folgt eine zweite Promotion. Reiner Groß arbeitet über vier Jahrzehnte als Archivar am Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden, leitet es über viele Jahre als Direktor.

Von 1994 bis 2002 hat er an der Technischen Universität Dresden den Lehrstuhl für die Regionalgeschichte Sachsens inne. Reiner Groß ist seit 1988 Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig und leitet dort insgesamt sieben Jahre lang die Historische Kommission. Mehr als 250 wissenschaftliche Arbeiten zur sächsischen Landesgeschichte, zur Archivwissenschaft und zur Stadtgeschichte Dresdens stammen aus seiner Feder.

Die DarstellerInnen

Nicola Ruf - Theophanu
Uwe Bertram - Otto der Große
Steve Wrzesniowski - Otto II.
Sabine Weitzel - Adelheid
Dirk Eykenboom - Heinrich der Zänker

Das Projekt-Team

Redaktion: Winifred König
Autorin: Leonore Brandt
Regisseur: Dirk Otto
Kamera: Kai-Uwe Schulenburg
Producer: Steffen Jindra
Aufnahmeleitung: Sascha Beier

Kostüm: Manuela Samson
Maske: Donka Holecek
Ausstattung: Frank Dietz
Requisite: Frank Müller
Musik: Maik Hartung
Graphiken: Ingolf Hetscher