Otto von Bismarck - Der Junker aus der Altmark

Als die Flut der 48er Revolution die Altmark erreicht, stellt sich ihr ein Mann entgegen – Otto von Bismarck. Den „frechen“ Revoluzzern aus Tangermünde, die in seinem Dorf die schwarz-rot-goldene Fahne hissen, will es der stramme Monarchist zeigen und vertreibt sie mit einer Horde Bauern, einem Gewehr und einer Reitpeitsche.

So zumindest hat es sich der greise Bismarck in seinen Memoiren auf den Leib getextet. Geboren 1815 in Schönhausen, als Sohn eines Junkers und einer ehrgeizigen Bürgersfrau, sieht sich Klein-Otto schon früh zu Höherem berufen. Nach strenger Erziehung, einem Lotterleben als Student und der tragischen Liebe zur Verlobten seines besten Freundes, landet er doch noch im glücklichen Ehehafen und kennt von nun an nur eine Droge: die Politik.

Hier wird scharf geschossen. Der Schütze ist Bismarcks Vater Karl Wilhelm Ferdinand.

Bismarck galt als weiser Politiker und Diplomat.

Bismarck in love.

André Böhm stand während des Drehs hinter der Kamera.

Der Kameraassistent Mathias Schulze in voller Montur.

Nach seiner Entlassung wird es ruhiger um Bismarck (Andreas Leupold).

Der kleine Bismarck (Philipp Sebastian Breuneval) mit seinen Eltern.

Regisseur André Meier entspannt beim Dreh.

Pferde, die Hauptfortbewegungsmittel der damaligen Zeit, dürfen am Set nicht fehlen.

Oberklassewagen a la Bismarck.

Bismarck verlässt die Kutsche.

André Böhm dreht eine Fahrtszene vom Kutschbock aus.

Bismarckdarsteller Andreas Leupold im Interview.

Langsam wird’s eng. Bismarck wird vom Regisseur und vom Kameramann begleitet.

Majestätisch und beängstigend zeigt sich dieses Treppenhaus in Wernigerode beim Dreh.

Dreimal Bismarck (Philipp Sebastian Breuneval, Tim Ehlert, Andreas Leupold, v. li.)

Der alte Bismarck wie man ihn kennt.
Der alte Bismarck wie man ihn kennt.
Der kleine Bismarck mit seinen Eltern.
Der kleine Bismarck mit seinen Eltern.

Schnell arbeitet sich der wortgewaltige Bismarck vom altmärkischen Provinzpolitiker zum Mitbestimmer im Preußischen Landtag hoch. Bis auf die Knochen konservativ, steht er immer auf der Seite des Königs. Den will er 1848 gar mit seinem heimatlichen „Bauernheer“ vor den Demokraten retten.

Die Treue zahlt sich aus, denn ein preußischer Monarch gibt Bismarck 1862 die Chance seines Lebens und macht ihn zum Regierungschef. Wie kein anderer beherrscht der als Vielfraß verschriene Hüne die Klaviatur des Machtgeschäfts.

Seine Kriege geben den Deutschen das ersehnte Reich und machen ihn zum Übervater der Nation, mit „Zuckerbrot und Peitsche“. Knebelt er als Sozialistenhasser die Linken mit diktatorischen Gesetzen, so bringt er als Arbeiterfreund dem Volk Renten- und Krankenversicherung. Ohne Frage ist Otto von Bismarck einer der größten (Mittel)deutschen. 1898 stirbt er am Ende einer Ära, die heute seinen Namen trägt.

 




Sendung:
21.11.2004, 20.15 Uhr, MDR


Drehorte:
Friedrichsruh, Schönhausen, Krevese, Gut Mahndorf, Wernigerode, Krevese, Kniephof (Konarzewo), Varzin (Wercino), Alt-Kolziglow (Kolczyglowy)

 

Die historische Persönlichkeit Otto von Bismarck (1815 - 1898)

Bismarck beim Aussteigen aus einer Kutsche. (Bild: MDR)
Bismarck auf Reisen

Otto von Bismarck wurde 1815 in Schönhausen geboren. Er war der Sohn eines Landjunkers. Seit 1862 war er preußischer Ministerpräsident. 1871 wurde er zum ersten Kanzler des Deutschen Reichs erhoben.

Er sicherte durch Verträge unter anderem mit Österreich und zu Russland den Frieden und verbesserte durch Kriege mit Dänemark und Frankreich das Ansehen und den Einfluss Deutschlands.

1890 drängt ihn Wilhem II., der neue Kaiser des Reiches, zum Rückktritt. 1898 stirbt er in Friedrichsruh.

Regisseur André Meier entspannt beim Dreh. (Bild: MDR)
Regisseur André Meier entspannt beim Dreh.

Der Regisseur: André Meier

André Meier wurde 1960 in Berlin geboren. Seit 1992 arbeitete er als freier Autor für Presse, Rundfunk, Fernsehen und Theater. Er war als Redakteur der "Tageszeitung" (taz) in Berlin und als Korrespondent für die Kunstzeitschrift "Art" in Hamburg tätig. 1999 veröffentlichte er seinen Roman "Fixies" im Aufbau-Verlag Berlin.

Regelmäßig schreibt er unter anderem für die "taz" und als Kunstkolumnist für "Das Magazin". Seit 1996 gestaltet er gemeinsam mit dem ORB-Moderator Jürgen Kuttner an der Berliner Volksbühne einen monatlichen "Videoschnipselabend", der dort unter dem Titel "Mainz bis an die Memel" läuft und auch an anderen Theatern, z.B. in Duisburg, Zürich, Dresden, Leipzig und München aufgeführt wird. seit 2001 ist er für „Geschichte Mitteldeutschlands“ tätig.

André Böhm hinter seiner Kamera. (Bild: MDR)
André Böhm hinter seiner Kamera.

Der Kameramann: André Böhm

Geboren 1962, absoviert er das Studium zum Kameramann an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf“. Noch während des Studiums beginnt er als Kameraassistent beim DDR-Fernsehen zu arbeiten. Nach dem Studium wird er 1988 Kameramann beim Deutschen Fernsehfunk.

1992 macht er sich selbständig und dreht seitdem vor allem für Reportagen und Kulturmagazine, wie den "Kulturreport", "aspekte", "Kulturweltspiegel", "artour" oder "Bilderbuch Deutschland". 1998 wurde er von Radio Bremen im Wettbewerb der Fernsehregionalprogramme für "Die Kittelschürze“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die Autorin: Petra Bertram

Petra Bertram wurde 1969 in Hannover geboren. Sie ist in Bonn und New York aufgewachsen und hat 1995 ihr Studium der Politikwissenschaften in Berlin abgeschlossen. Seit 1996 arbeitet sie als freie Journalistin und übernimmt Drehbuch-, Regie- und Autorenarbeiten für verschiedene öffentlich-rechtliche und private Sender. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten (Auswahl): „Prager Zeiten“, 1999; „Geschichte Mitteldeutschlands: Für Kaiser, Volk und Vaterland“, MDR, 2001 und „Ein Leben für die Krone. Otto der Große“, MDR, 2002; „Ich will was ändern! Johanna ist Greenpeaceaktivistin“, KiKa, 2003; „15 aus 100. Der harte Weg ins Cheerleader Dance Team“, KiKa, 2004; „TRICKBOXXen“, KiKa, 2004; „Nur 48 Stunden. Ein Krankenhaus zieht um“, ARD, 2004.

Der Fachberater: Jürgen Angelow

Geboren 1961 in Rostock, studierte er von 1983 bis 1989 in Leipzig und Potsdam Geschichte. Die Habilitation folgte 1990. Beschäftigt ist er von 1988 bis 1992 am Militärgeschichtlichen Institut der DDR in Potsdam, dem jetzigen Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr. Von 1994 bis 1996 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl „Neuere Geschichte“ an der Universität Potsdam, von 1997 bis 2001 Assistent am Lehrstuhl für Militärgeschichte. Seit 2003 ist Jürgen Angelow Inhaber einer apl. Professur an der Universität Potsdam.

Die DarstellerInnen

Andreas Leupold - Otto von Bismarck im Alter
Tim Ehlert - Otto von Bismarck in jungen Jahren
Philipp Sebastian Breuneval - Otto von Bismarck als Kind
Doreen Kähler - Johanna von Puttkamer
Franz Nagel - Kaiser Wilhelm I.

Das Projekt-Team

Redaktion: Winifred König
Autorin: Petra Bertram
Regisseur: André Meier
Kamera: André Böhm
Producer: Dirk Otto/ Steffen Jindra
Aufnahmeleitung: Kristin Schwidop 

Kostüm: Manuela Samson
Maske: Nadine Ostafinski
Ausstattung: Friederike Meintke
Musik: Michael Hartmann
Grafiken: Ingolf Hetscher