Zeugen aus Stein – Dome in Mitteldeutschland

 

Mächtig und stolz ragen sie seit Jahrhunderten gen Himmel, weithin sichtbar für jedermann, die großen Kathedralen, die Dome und Kirchen. Voller Visionen und Hoffnungen, mit heute kaum erklärlicher, handwerklicher Meisterschaft und unter unzähligen Opfern sind sie über Jahrzehnte erbaut worden. Unsummen von Geld und Material haben sie verschlungen. Aus Kriegen und Bränden sind sie immer wieder auferstanden. Ideologien haben sie standgehalten. Sie erzählen Geschichten über die Menschen aus verschiedenen Zeiten, die Halt und Schutz in ihnen suchten, in ihnen ihre Freuden und Leiden artikulierten.

Der Magdeburger Dom von innen.

Die St. Stephanskirche zu Tangermünde

Die Kirche St. Stephan ist das höchste Gebäude der Stadt Tangermünde. Ihr Turm ist weithin sichtbar, und genau so wollten es die Bürger der Hansestadt Tangermünde auch haben, als sie vom 14.-15. Jahrhundert die größte Hallenkirche der Altmark mit dem höchsten Kirchturm der Altmark errichten ließen. Man wollte der Konkurrenz in der Nachbarstadt Stendal zeigen, dass Tangermünde die bedeutendere Stadt ist.

In der Kirche treffen wir Pfarrer Jürgen Weinert, der überaus originell durch „seine“ Kirche führt, ihre kleinen Geheimnisse erklärt und dabei immer eins im Blick hat: „Dinge, die man nicht benutzt, sagt er, die gehen kaputt.“ Weshalb St. Stephan alles andere als ein Museum ist – sie ist Station eines Pilgerpfades, sie ist Pilgerstätte für zahlreiche Hochzeitspaare aus halb Europa, sie ist ein Ort der Kindergottesdienste – sie ist eine offene Kirche.

 

Der Freiberger Dom

Mag er von außen eher schlicht wirken, der kunstvoll ausgestaltete Innenraum gibt Zeugnis von dem einstigen Reichtum der Region. Freiberg verdankt seine Existenz dem Silberrausch, dem großen "Berggeschrey“ von 1168.

Natürlich spiegelt sich die enge Verbindung zum Bergbau auch im Dom wieder; nicht nur im Knappschaftsgestühl, der einzigartigen Tulpen-  und der berühmten Bergmannskanzel.

Doch der Dom lädt nicht nur zu einer Reise in die Vergangenheit ein, er ist auch heute noch Treffpunkt einer lebendigen Gemeinde und liegt vielen Menschen in Freiberg am Herzen.

 

Der Dom zu Halle

Er ist ein einzigartiges Gebäude, geprägt durch viele Epochen. Einst war er die größte Schatztruhe Deutschlands, doch dann ist er in Vergessenheit geraten. Dem Verfall entronnen, ist er heute wieder mit neuem Leben erfüllt: der Dom zu Halle.

Einfach ist er tatsächlich nur von oben zu entdecken. Regelrecht eingebettet im Stadtkern, ragt das riesige Kirchenschiff über alles andere hinaus. Läuft man durch Halle, erhascht man höchstselten einen Blick auf den Dom. Fast wie aus einem Versteck, blinzelt er denen zu, die ihn suchen.

Steht man erst einmal vor ihm, ist er alles andere als unscheinbar.

 

 

Der Magdeburger Dom

Trotzig steht er mitten in Magdeburg. Der Dom verkörpert das, was die Stadt und ihre Menschen ausmacht: Stolz, Größe und Stehvermögen. Eine Kathedrale, die weit mehr als viele andere die Geschichte der Stadt und des Landes geprägt hat und immer noch prägt. Zweimal wiederaufgebaut, während des Dreißigjährigen Krieges geplündert, unter Napoleon als Vorratskammer und Viehstall benutzt, bot er vielen Menschen immer wieder Schutz vor Krieg und Verfolgung.

Heute kommen die Magdeburger jedes Jahr am 16. Januar in ihrem Dom zu einem Gedenkgottesdienst zusammen, um der Bombardierung Magdeburgs im 2. Weltkrieg und der Zerstörung des über 1000 Jahre alten Gotteshauses zu gedenken.

 

Der Merseburger Dom

Als Otto der Große im Jahre 955 die Ungarn auf dem Lechfeld besiegte, schwor er, zum Dank in Merseburg ein Bistum zu errichten. Er löste sein Versprechen ein und Merseburg wurde in den folgenden Jahrhunderten zu einem geistigen und politischen Zentrum.

Der Film durchstreift den Merseburger Dom St. Johannis und St. Laurentius und unternimmt eine Reise in die Vergangenheit. Er spürt dem Geheimnis der berühmten Merseburger Zaubersprüche nach, die zu den ältesten schriftlichen Zeugnissen deutscher Sprache zählen, er forscht nach, warum der Chor des Domes zunächst immer wieder einstürzte, und fragt, wo die kostbaren Reliquien geblieben sind, die Domherren einst im Krieg an geheimer Stelle vergruben.

 

Der Halberstädter Dom

Dome sind Zeugen vergangener Jahrhunderte. Mächtig und stolz recken sie sich in den Himmel. Voller Visionen und Hoffnungen, mit bewundernswerter handwerklicher Meisterschaft und unter großen Opfern sind sie über Jahrzehnte erbaut worden. Sie haben Kriegen und Bränden getrotzt, Zuflucht und Halt geboten.

Der Dom zu Halberstadt ist eines der schönsten Zeugnisse europäischer Baukunst. "Viele Kirchen mögen prächtiger, merkwürdiger, kunstreicher sein als der Halberstädter Dom; dieser scheint mir von allen der edelste zu sein", urteilte einst die Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch. Nicht nur die Halberstädter, auch Experten bewundern seine architektonische Eleganz.